Dollar stabil
Tokioter Börse koppelt sich vom Trend ab

Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag nach anfänglichen Verlusten freundlich geschlossen.

HB SINGAPUR/TOKIO. Insgesamt verloren die Aktienmärkte in Asien im Sog der schwächeren Wall Street nach uneinheitlichen US-Konjunkturdaten überwiegend. Der Dollar notierte gegenüber Euro und Yen kaum verändert zur letzten US-Notiz vom Vorabend. Der Euro lag bei 1,1475 Dollar; ein Dollar kostete rund 112,10 Yen.

Gold und Öl verteuerten sich erneut etwas, nachdem die Preise in Reaktion auf die überraschende Opec-Entscheidung für eine Drosselung der Fördermengen ab November die Preise bereits angetrieben hatte. In Südkorea, Hongkong, Taiwan und Singapur sanken die Aktienkurse, während der Markt in Australien etwas zulegen konnte. Die Erdbeben in Japan hatten Händlern zufolge keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Finanzmärkte in Asien. Lediglich der Yen hatte zeitweise kurz nachgegeben.

In Tokio verbesserte sich der 225 Werte umfassende Nikkei-Index bis zum Handelsschluss 0,08 Prozent auf 10.318,44 Zähler. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 0,36 Prozent ins Plus auf 1021,06 Zähler. Händler führten die zunächst schwächere Tendenz des Nikkei auf die Vorgaben aus den USA zurück. Exportwerte hätten sich aber wieder erholen können, sagte Händler mit Blick auf den stabilen Dollar.

Der japanische Pharma-Riese Takeda Chemical Industries habe den Gesamtmarkt belastet, sagten Händler. Die Aktien sanken um 5,16 Prozent auf 4040 Yen. Von ihren jüngsten Kursverlusten angesichts des Yen-Anstiegs teilweise erholen konnten sich indes Auto-Aktien wie Toyota und Nissan. Ein Anstieg des Yen schmälert die Gewinne aus den Exporten der Unternehmen.

Die Wall Street hatte am Vorabend nach uneinheitlichen US-Konjunkturdaten und einem Kurseinbruch beim Fotofilm- und Kameraherstellers Eastman Kodak auf dem tiefsten Stand seit einem Monat geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging um 0,87 Prozent niedriger mit rund 9343 Punkten aus dem Markt. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,61 Prozent auf etwa 1003 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel sogar um 1,44 Prozent auf rund 1817 Punkte. In Frankfurt hatte der Deutsche Aktienindex (Dax) den Handel noch 0,57 Prozent im Plus bei 3326 Zählern beendet.

Der Dollar notierte kaum verändert und blieb damit weiter unter Druck. Händler sagten, es sei unwahrscheinlich, dass der Yen weiter zur US-Währung steigen werde, da die japanische Wirtschaftserholung weniger solide sei als die in den USA. „Die US-Wirtschaft zeigt klarere Anzeichen einer gesamten Erholung“, sagte Toshikimi Kaneki von Sumitomo Trust and Banking.

Der Dollar war in dieser Woche auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren bis auf rund 110,90 Yen gesunken. Ausgelöst worden war der Kursrückgang Händlern zufolge von der Forderung der sieben führenden Industrienationen (G-7) nach flexibleren Wechselkursen, was vor allem an die Adresse Chinas und Japans gerichtet war. Nach den Nachrichten von schweren Erdbeben in Nordjapan sank der Yen zeitweise; der Dollar stieg auf 112,5 Yen. Finanzminister Sadakazu Tanigaki bekräftigte, die japanischen Behörden würden am Devisenmarkt handeln, wenn es nötig sei. „Wir beobachten genau und werden angemessene Maßnahmen ergreifen, wenn es erforderlich ist“, sagte er.

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