Dollar unter 105 Yen - Explosion treibt Ölpreis
Tokioter Börse unter Druck

Die Hoffnung auf eine anhaltende Konjunkturverbesserung in Japan hält an. Die Kursgewinne des Yen belasteten in Tokio vor allem die Aktien exportorientierter Unternehmen. Der Dollar ist erstmals seit September 2000 unter die Marke von 105 Yen gefallen. Gleichzeitig stieg der Ölpreis am Mittwoch nach einer Explosion in einer der größten Raffinerien der Welt um mehr als 30 Cents je Barrel.

HB TOKIO/SINGAPUR. Trotz der Kursgewinne des Yen beendete der Nikkei-Index den Handel am Mittwoch 0,2 % höher bei 11 715 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index stieg 0,3 % auf 1179 Punkte. Im Haushaltsjahr 2002/2003 hat der Nikkei-Index damit 47 % zugelegt, der größte Jahresgewinn seit dem Jahr 1972/1973.

Gegen 08.15 Uhr MESZ wurde der Dollar bei 103,90 Yen gehandelt, deutlich unter dem Stand des späten US-Handels von 105,70 Yen. Händler sagten, es werde auf einen positiven Tankan-Geschäftsklimabericht spekuliert, was ein weiterer Beleg für eine Wirtschaftserholung in Japan sein würde. Der Bericht wird am Donnerstag veröffentlicht.

Nach dem Absacken des Dollar intervenierte die japanische Notenbank Händlern zufolge und kaufte Dollar gegen Yen. Doch sei diese Intervention im Vergleich zu früheren eher geringfügig gewesen. Der Euro stieg auf 1,2252 Dollar von seinem New Yorker Schlusskurs von 1,2165 Dollar. Einige Analysten sahen eine weitere Abwärtsbewegung des Dollar zum Yen. „Die japanische Wirtschaft erholt sich deutlich, der Nikkei-Index nimmt die 12 000er-Marke in den Blick“, sagte Währungsstratege Lee Boon Keng von der DBS Bank in Singapur. Deshalb seien künftig Kurse im unteren Bereich der Spanne von 100 bis 105 Yen wahrscheinlich.

Am letzten Tag des japanischen Haushaltsjahres gerieten an der Tokioter Börse unter anderem die Aktien von Autoherstellern unter Druck. Nissan-Aktien verloren 2,4 % auf 1165 Yen. Papiere von Honda verloren 1,2 %, Toyota wurden 0,5 % niedriger gehandelt. „Der Aktienmarkt wird nervös, weil ein höherer Yen eindeutig ein Risiko für die Unternehmensgewinne darstellt“, sagte ein Aktienstratege.

Ein Großbrand in einer Raffinerie des Ölkonzerns BP in Texas ließ den Ölpreis steigen. Die Raffinerie hat eine Kapazität von 447 000 Barrel pro Tag. Eine BP-Sprecherin teilte mit, es gebe keine Hinweise, dass der Brand durch Einwirkung von außen entstanden sei. Leichtes US-Öl wurde 36 Cent höher bei 36,61 Dollar gehandelt. Zudem treffen sich in Wien die Öl- und Energieminister der Organisation Erdöl-exportierender Länder (Opec). Im Februar hatte das Kartell beschlossen, die Produktionsquoten ab dem 1. April um eine Million Barrel pro Tag zu kürzen.

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