Dow-Jones: Hoffnung auf Firmengewinne lässt US-Börsen fest schließen

Dow-Jones
Hoffnung auf Firmengewinne lässt US-Börsen fest schließen

Übernahmen sorgen für Optimismus an den US-Börsen. Angesichts der Unternehmenszahlen rückt das Verbrauchervertrauen in den Hintergrund. Große Verlierer sind zwei Technikunternehmen: Apple und RIM landeten auf den Verkaufslisten der Börsianer .
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HB NEW YORK. Die Hoffnung auf sprudelnde Unternehmensgewinne haben die US-Börsen am Dienstag in die Gewinnzone getrieben. Zudem sorgten Übernahmen für Optimismus.

„Zum Quartalsende wollen die Händler an die Aktien ran, die sich gut entwickelt und eine Perspektive haben“, sagte Marc Pado von Cantor Fitzgerald & Co. Das sorge für die Aggressivität im Markt. Im Handelsverlauf hatten gemischte Konjunkturdaten zu einer Berg- und Talfahrt geführt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewann 0,43 Prozent auf 10 858 Punkte, wobei er im Handelsverlauf zwischen 10 728 und 10 886 Zählern pendelte. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 0,49 Prozent auf 1147 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss 0,41 Prozent im Plus bei 2379 Stellen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss in Frankfurt kaum verändert mit 6276 Punkten.

Das überraschend eingetrübte Konsumklima im September sorgte zunächst für deutliche Kursverluste. Der Index für das Verbrauchervertrauen sank auf 48,5 von 53,2 Punkten im Vormonat - der niedrigste Wert seit Februar. „Das Verbrauchervertrauen spiegelt nur die Nachrichten wieder, die wir alle kennen“, relativierte Analyst Pado. „Jetzt geht es nur noch darum, wie sich die Unternehmen im kommenden Quartal entwickeln.“

Für Optimismus sorgte der S&P/Case-Shiller-Index, nach dem sich die Häuserpreise stabiler entwickeln als erwartet. Anzeichen für eine Festigung der Erholung hatten den Aktien im September bereits kräftige Kurszuwächse ermöglicht.

Hoffnungen auf weitere Konjunkturspritzen durch die Fed verteuerten US-Staatsanleihen. Die Rally könnte sich jedoch als Blase erweisen, warnte Byron Wien von Blackstone Advisory Partners im Interview mit Reuters Insider. Der Aktienmarkt werde zulegen. Die Gefahr einer erneuten Rezession sehe er nicht.

Zu den Gewinnern bei den Einzelwerten gehörten die Titel der Drogeriekette Walgreen, die dank unerwartet starker Geschäftszahlen 11,4 Prozent anzogen. Die Titel des Häuslebauers Pulte Homes profitierten nicht nur von den guten Daten vom Immobilienmarkt, sondern auch von einer Heraufstufung durch Goldman Sachs. Die Aktien gewannen 1,5 Prozent an Wert.

Ebenfalls teurer gehandelt wurden Papiere des Arzneimittelherstellers Endo Pharmaceuticals, der seinen heimischen Konkurrenten Qualitest Pharmaceuticals für 1,2 Mrd. Dollar kauft. Die Aktie stieg 8,1 Prozent. Auf der Verliererseite standen dagegen Technologiepapiere.

Apple-Aktien verbilligten sich um 1,5 Prozent. Im Handelsverlauf hatte es Gerüchte gegeben, Apple könnte den hochrangigen Manager Tim Cook an den Rivalen Hewlett-Packard verlieren. Research in Motion-Scheine fielen drei Prozent. RIM macht Apple mit einem eigenen Tablet-Computer Konkurrenz - dieser soll jedoch erst Anfang 2011 auf den Markt kommen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,03 Mrd. Aktien den Besitzer. 2114 Werte legten zu, 870 gaben nach und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,12 Mrd. Aktien 1760 im Plus, 853 im Minus und 129 unverändert. An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen auf 101-12/32. Sie rentierten mit 2,4653 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten auf 103-30/32 zu und hatten eine Rendite von 3,6571 Prozent.

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  • Schon in den letzten Quartalen fuhr die US-industrie enorme Gewinne ein. Doch nur im Verein mit gleichzeitiger Umsatzerhöhung handelt es sich um echte Verkaufsgewinne, und nicht etwa nur um Erhöhung der Produktivität durch Einsparungen und Reduzierung von Arbeitskräften.

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