Dow Jones, S&P 500, Nasdaq
Starke Konjunkturdaten treiben US-Börsen an

Positive Konjunkturdaten treiben die US-amerikanischen Indizes. Besonders die Einzelhändler trugen zur guten Stimmung bei. Die Anteilsscheine der Krankenversicherer leiden unter Trumps Aktionen zur Gesundheitsreform.
  • 0

New YorkStarke Konjunkturdaten haben der Wall Street zum Wochenschluss Auftrieb gegeben. Die US-Einzelhändler verbuchten im September mit einem Plus von 1,6 Prozent den größten Umsatzanstieg seit zweieinhalb Jahren. Im August hatte es noch einen Rückgang von 0,1 Prozent gegeben. Damit ebbten Sorgen vor einer Schwäche der US-Wirtschaft ab.

Unbeeindruckt zeigt sich der Markt von Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Iran. Er kündigte einen härtern Kurs gegenüber dem Land an und schloss eine Aufkündigung des internationalen Atomabkommens nicht aus. Grund sei unter anderem, dass die Islamische Republik mehrfach gegen das Abkommen verstoßen und ihre aggressive Politik seit der Unterzeichnung der Vereinbarung 2015 weiter verschärft habe.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent höher auf 22.871 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte ebenfalls um 0,1 Prozent auf 2553 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 6605 Punkte. Im Wochenvergleich stieg der Dow um 0,4 Prozent, der S&P um 0,1 Prozent und der Nasdaq um 0,2 Prozent.

Im Fokus stand die Bank of America, deren Aktien um 1,5 Prozent zulegten. Das Institut steigerte seinen Gewinn im dritten Quartal um 15 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar, vor allem aufgrund höherer US-Zinsen und Kostensenkungen. Wells Fargo machten indes Rechtskosten und ein schwächelndes Hypothekengeschäft zu schaffen. Der Nettogewinn sank im Quartal um knapp ein Fünftel auf 4,6 Milliarden Dollar. Wells-Fargo-Aktien gaben 2,7 Prozent nach. Die Rivalen JPMorgan und Citi hatten schon am Donnerstag Zuwächse im Quartal ausgewiesen.

Unter Druck standen auch Krankenversicherer wie Centene und Klinik-Betreiber wie Tenet Healthcare, die jeweils rund vier Prozent verloren. Sie litten unter Trumps Ankündigung, milliardenschwere Zahlungen an Versicherer einzustellen. Das dürfte für die Mittelschicht und Arbeiterfamilien in den USA eine deutliche Verteuerung der Krankenversicherung zur Folge haben.

Ford gaben 0,6 Prozent nach. Die Bank Barclays hatte die Titel herabgestuft. Zu den Gewinnern gehörten Nvidia, die um 1,9 Prozent auf 195 Dollar stiegen. Das Brokerhaus Needham hat das Kursziel für den Chiphersteller um 50 Dollar auf 250 Dollar angehoben.

Die Verbraucherpreise in den USA legten im September wegen höherer Ölpreise zwar um 2,2 Prozent zum Vorjahresmonat zu. Die Kerninflationsrate, also bereinigt um die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise, verharrte allerdings bei 1,7 Prozent. Analysten hatten hier mit einem leichten Anstieg gerechnet. Dies dämpfte die Hoffnungen von Investoren auf einen schnellen Zinserhöhungskurs der US-Notenbank Fed. "Die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik dürften kaum zunehmen", erklärten die Analysten der Landesbank Helaba.

Volkswirt Thomas Gitzel geht dennoch davon aus, dass die US-Notenbank im Dezember die Zinsen erhöht. „Es geht letztlich auch um die Glaubwürdigkeit der Fed, denn in den Projektionen der Währungshüter ist noch eine weitere Zinserhöhung im laufenden Jahr vorgesehen." Es sei aber nicht sicher, ob die Fed das Zinserhöhungs-Tempo 2018 halten könne. „Im kommenden Jahr wird das Motto dann einmal mehr lauten: wait and see."

In Frankfurt rettete sich der Dax mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 12.991 Punkten ins Wochenende. Der EuroStoxx50 notierte zuletzt kaum verändert auf 3604 Punkten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: Starke Konjunkturdaten treiben US-Börsen an"

Alle Kommentare
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%