Dow Jones, S&P 500, Nasdaq
Steuerreform bremst Wall Street aus

Der Handel an der New Yorker Wall Street erlebte am Donnerstag einen Dämpfer. Verzögerungen bei der Steuerreform des US-Präsidenten machen die Anleger vorsichtig. Bergauf ging es für den Kosmetik-Hersteller Coty.
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New YorkDie Sorge vor Verzögerungen bei der US-Steuerreform hat am Donnerstag die Stimmung an der Wall Street gedrückt. „Die Aktienmärkte haben ihren Schwung verloren“, sagte Analyst Kit Juckes von der Bank Societe Generale. Investoren nahmen nach dem Gipfelsturm der vergangenen Tagen auch Gewinne mit. „Es gibt immer mehr Fragezeichen darüber, ob die Steuerreform in diesem Jahr noch kommt und ob sie auch so groß ausfällt wie angekündigt“, sagte Investmentstratege James Abate vom Vermögensverwalter Centre Asset Management. Laut dem Präsidenten des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, könnten sich die Republikaner eine spätere Senkung der Unternehmenssteuern vorstellen als bisher geplant.

US-Präsident Donald Trump hat Firmen und Privatleuten radikale Steuererleichterungen versprochen. Die Spekulationen darauf waren ein Grund für die weltweite Rally an den Börsen. „Sollte es nicht bald zu konkreten Fortschritten kommen, droht die Stimmung auf dem Börsenparkett zu kippen“, sagte Analyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,4 Prozent tiefer auf 23.461 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,4 Prozent auf 2584 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,6 Prozent auf 6750 Punkte.

Bei den Einzelwerten standen unter anderen die Aktien von Perrigo im Fokus. Sie gewannen mehr als acht Prozent an Wert, nachdem der Generika-Hersteller seine Gewinnprognose angehoben hatte. Auch die Papiere des Kosmetik-Herstellers Coty waren gefragt. Nach dem Zukauf von Wella steckt das Unternehmen zwar in den roten Zahlen fest. Die Quartalsbilanz übertraf aber die Erwartungen des Marktes, was die Anteilsscheine knapp 14 Prozent in die Höhe trieb.

Die Dividendenpapiere von Dish Network rückten um rund drei Prozent vor, nachdem der Satelliten-Fernsehbetreiber die Zahl seiner Abos im abgelaufenen Quartal gesteigert hatte.

Gefragt waren auch die Anteilsscheine des Einzelhändlers Macy's, die sich um fast elf Prozent verteuerten. Das Unternehmen hatte zuvor einen Gewinn präsentiert, der über den Erwartungen der Analysten lag.

Nach einem überraschend starken Kurseinbruch an der Börse in Tokio gingen auch Anleger in Europa in Deckung. Der Dax rutschte um 1,5 Prozent auf 13.182 Punkte ab, der EuroStoxx50 verlor 1,2 Prozent auf 3612 Zähler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 890 Millionen Aktien den Besitzer. 1079 Werte legten zu, 1804 gaben nach und 170 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,21 Milliarden Aktien 1123 im Plus, 1815 im Minus und 195 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 3/32 auf 99-9/32. Die Rendite stieg auf 2,3310 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 15/32 auf 98-27/32 und rentierte mit 2,8074 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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