Dow Jones, S&P 500, Nasdaq Trumps Wirtschaftsberater Kudlow beruhigt die Märkte

Trumps neuer Chefökonom hält es für möglich, dass die jüngsten US-Zollpläne nie umgesetzt werden. Dow und Co. reagierten mit deutlichen Gewinnen.
Update: 04.04.2018 - 23:48 Uhr 4 Kommentare
Laut Trumps Wirtschaftsberater nutzen die USA im Handelsstreit mit China sämtliche Werkzeuge. Quelle: AFP
Larry Kudlow

Laut Trumps Wirtschaftsberater nutzen die USA im Handelsstreit mit China sämtliche Werkzeuge.

(Foto: AFP)

New York, DüsseldorfNachlassende Sorgen im Handelsstreit zwischen den USA und China haben die Wall Street am Mittwoch nach anfänglich herben Verlusten deutlich ins Plus getrieben. Der Markt habe bei den Nachrichten zu dem Thema zunächst überreagiert, sagte Michael Arone, Investment-Experte bei State Street Global Advisors in Boston.

Die von beiden Seiten angekündigten Zölle würden nicht kurzfristig eingeführt. „Das gibt beiden Seiten Zeit zum Verhandeln, was nach meiner Meinung auch die Strategie der USA und auch Chinas ist.“

Kurz nach Handelsbeginn hatten der Dow-Jones-Index und die Nasdaq noch rund zwei Prozent nachgegeben. Im weiteren Verlauf verringerten sich die Verluste aber und die Kurse drehten schließlich ins Plus.

China hatte am Mittwoch Zölle auf US-Einfuhren angekündigt, die unter anderem auf Autos und Flugzeuge erhoben werden sollen. Damit reagierte Peking auf Stunden zuvor angekündigte neue US-Zölle.

Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow erklärte dann aber nach Börseneröffnung in New York, die Schritte hätten das Ziel, Gepflogenheiten und Gesetze des Freihandels zu bewahren. Auf die Frage, ob die Abgaben vielleicht nie eingeführt werden und Teil der Taktik sind, sagte Kudlow: „Ja, das ist möglich. Das ist Teil des Verfahrens.“ Es gehe um Gespräche, in denen alle Werkzeuge genutzt würden.

Die Äußerungen führten zu einem Stimmungsumschwung an den US-Börsen. Am Ende notierte der Dow Jones ein Prozent höher bei 24.264 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 1,2 Prozent auf 2644 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 1,45 Prozent auf 7042 Stellen. Der Dax hatte 0,4 Prozent tiefer bei 11.057 Punkten geschlossen. Ein Vertreter des Weißen Hauses sagte, die Erklärung sei dazu gedacht gewesen, die Märkte zu beruhigen.

Zu den Verlierern zählten Boeing mit einem Abschlag von einem Prozent. Zwischenzeitlich hatten die Papiere sechs Prozent nachgegeben. Der Flugzeugbauer ist der größte US-Exporteur nach China. Ford und General Motors drehten nach einem schwachen Auftakt deutlich ins Plus.

Facebook schlossen 0,6 Prozent tiefer. Der Datenskandal beim weltgrößten sozialen Netz ist offenbar größer als bisher gedacht. Facebook erklärte, bis zu 87 Millionen Nutzer könnten betroffen sein.

Die Aktien des Börsenneulings Spotify verloren 3,2 Prozent auf 144,22 Dollar. Der Musikstreamingdienst aus Schweden hatte am Dienstag ein fulminantes Börsendebüt hingelegt, die Papiere kosteten zeitweise 169 Dollar. Der Referenzwert hatte 132 Dollar betragen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 860 Millionen Aktien den Besitzer. 1994 Werte legten zu, 896 gaben nach, und 163 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,23 Milliarden Aktien 2186 im Plus, 741 im Minus und 198 unverändert.

US-Staatsanleihen gaben nach. Die zehnjährigen Bonds verringerten sich um 7/32 auf 99-16/32. Sie rentierten mit 2,805 Prozent. Die 30-jährigen Papiere verloren 16/32 auf 99-08/32 und hatten eine Rendite von 3,038 Prozent.

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  • rtr
  • dpa
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4 Kommentare zu "Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: Trumps Wirtschaftsberater Kudlow beruhigt die Märkte"

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  • USA die Wirtschaftsweltmacht produziert international vor allem auch Dienstleistungen - sie Facebook, Amazon aber auch Wirtschaftsprüfer und Berater!
    Durch ein Handelskrieg werden diese riesigen Geschäfte in Frage gestellt.
    Die korrekte Mindestbesteuerung von Unternehmensgewinne kommt auf die politische Agenda - dieses Thema ist dank Trump in der europäischen Bevölkerung angekommen.
    Vorher wurde es nur gelegentlich am Rande diskutiert - jetzt schon am Stammtisch!
    Mit diesem Zollthema haben sich die USA enorm selbst geschadet.
    Zudem werden die Preise für amerikanische Konsumenten stark steigen. Das wird die amerikanische Wählerschaft nicht erfreuen.

  • Wenn die Chinesen ernst machen, verkaufen sie die US Staatsanleihen

  • Die Kooemntare die Sie zitieren, schmecken nach Zweckoptimismus.

  • Leider haben wirs mit dem dümmsten US-Präsidenten aller Zeiten zu tun, und das will doch bestimmt was heissen. Er wird die Weltwirtschaft und die Börsen in Grund und Boden stampfen.

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