Drosselung der Erdöl-Fördermenge belastet
Opec-Entscheidung schickt US-Börsen auf Talfahrt

Nach einem kaum veränderten Start sackten die führenden Aktienindizes der New Yorker Wall Street massiv bis zu drei Prozent ab. Die überraschende Förderdrosselung der Opec hat bei den Anlegern an den US-Aktienbörsen Befürchtungen geweckt, höhere Energiepreise könnten die erhoffte Konjunkturerholung abwürgen.

HB NEW YORK. Vor allem Technologie- und Finanztitel, die den Aufschwung der jüngsten Zeit angeführt hatten, waren besonders von den Verlusten betroffen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Markt 1,57 % niedriger mit rund 9425 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,91 % auf etwa 1009 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte sogar um 3,05 % auf rund 1843 Punkte ab.

Händlern zufolge war der Markt durch die ausgeprägten Kurssteigerungen in den vergangenen Wochen verwundbar geworden. Viele Investoren seien deshalb vorsichtiger geworden und hätten angesichts der hohen Kurse Gewinne mitgenommen. Dennoch hätten die führenden Indizes seit Jahresbeginn kräftig gewonnen; der Dow 13 %, der S&P 15 % und der Nasdaq 39 %.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hatte unerwartet eine Verringerung ihrer Fördermengen beschlossen, um einen weiteren Verfall der Ölpreise zu verhindern. Nach der Entscheidung verteuerte sich Öl um mehr als einen Dollar. „Die Opec-Entscheidung hat jeden überrascht, weil alle dachten sie würde die Förderung nicht drosseln. Höhere Ölpreise sind eine Steuer für die Wirtschaft,“ sagte Peter Dunay, Stratege beim Brokerhaus Wall Street Access.

Volkswirte erwarten nun steigende Energiekosten, zumal die Nachfrage im bevorstehenden Winter auf der nördlichen Erdhalbkugel ohnehin zunimmt. Steigende Preise könnten den Konsum dämpfen und damit die erwartete Wachstumsbeschleunigung in den USA und den anderen Industriestaaten bremsen. Bei einem lediglich moderaten Ölpreisanstieg rechnen zahlreiche Experten allerdings nicht mit einer spürbaren Beeinträchtigung der Konjunkturerholung.

Die Stimmung an der Wall Street wird Börsianern zufolge angesichts der bevorstehenden Quartalsberichte zunehmend von Vorsicht geprägt. „Jeder bleibt in Wartestellung, bis er mehr über die Erholung der Unternehmensergebnisse hört“, sagte Owen Fitzpatrick von Deutsche Bank Private Wealth Management.

Umsatzspitzenreiter an der Nasdaq waren die Titel des Netzwerkausrüsters Cisco, die um fast vier Prozent auf 20,32 Dollar fielen. Das Führungsgremium des Konzerns hatte den Rückkauf von weiteren Cisco-Stammaktien im Wert von bis zu sieben Mrd. Dollar genehmigt. Der Talfahrt schlossen sich andere Schwergewichte wie die Titel des weltgrößten Chipherstellers Intel an, die vier Prozent auf 27,78 Dollar einbüßten. Auch die Aktien des Software-Giganten Microsoft sackten um 3,85 % auf 28,46 Dollar ab.

Die Papiere des Medienunternehmens Viacom verloren 3,58 % auf 38,83 Dollar, nachdem der Konzern seine Geschäftserwartungen für das laufende Jahr nach unten korrigiert hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,56 Mrd. Aktien den Besitzer. 1102 Werte legten zu, 2163 gaben nach und 158 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,19 Mrd. Aktien 971 im Plus, 2236 im Minus und sieben unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 18/32 auf 100-29/32 Punkte, womit sich eine Rendite von 4,135 % ergab. Die 30-jährigen Bonds legten 30/32 auf 105-1/32 Zähler zu. Die Rendite stellte sich auf 5,033 %.

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