Einigung im US-Budgetstreit
Die große Party an den Börsen fällt aus

Die Akteure an den weltweiten Finanzmärkten haben erleichtert auf die Einigung im US-Haushaltsstreit reagiert. Doch nur in Fernost stiegen die Aktienkurse, in Europa gaben sie nach. Auch der Dollar erholte sich nur kurz
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DüsseldorfIn letzter Minute haben Demokraten und Republikaner in den USA ihren Haushaltsstreit doch noch mit einem Kompromiss beigelegt. Für die Akteure an den weltweiten Finanzmärkten fällt damit für einige Monate ein großer Unsicherheitsfaktor weg. An den Aktienmärkten wäre nun zwar der Weg für weitere Kursgewinne frei. Doch kurz nach der befreienden Nachricht dominierten erst einmal Gewinnmitnahmen.

Die Einigung war erwartet worden. Die Börsen sind in den letzten Tagen ordentlich gestiegen, und nun nutzen die Anleger die Gelegenheit, ihre Gewinne mitzunehmen, sagte Philippe Gijsels, Analyst bei BNP Paribas Fortis Global Markets.

Der Dax verlor am Donnerstag 0,7 Prozent auf 8783 Zähler, nachdem er zuletzt von einem Rekord zum anderen geklettert war. In den letzten fünf Handelstagen summierte sich das Plus an der Frankfurter Börse auf fast vier Prozent. Der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 gab nach seiner jüngsten Rally ebenfalls 0,7 Prozent nach.

In Asien reagierten die Anleger zunächst erleichtert, im Handelsverlauf bröckelten die Kurse dann aber wieder etwas ab. In Japan weiteten die Börsen den siebten Tag in Folge ihre Gewinne aus. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 0,83 Prozent im Plus bei 14.586 Punkten. Der Index für die asiatischen Märkte außerhalb Japans erreichte den höchsten Wert seit fünf Monaten und gewann 0,56 Prozent auf rund 477 Punkte.

Am Devisenmarkt währte die Freude über einem Kompromiss im US-Haushaltsstreit nur kurz: Der Dollar verlor am Donnerstag 0,3 Prozent gegenüber der japanischen Währung, nachdem er zunächst auf ein Drei-Wochen-Hoch gestiegen war. Auch zum Euro verlor der Greenback an Boden - die Gemeinschaftswährung lag mit 1,3547 Dollar über ihrem New Yorker Vortagesschluss von 1,3534 Dollar.

Experten räumten zwar ein, dass es sich nur um eine vorläufige Lösung des Konflikts handle und die eigentlichen Streitpunkte zwischen Demokraten und Republikanern nicht beigelegt seien. Allerdings dürfte in den kommenden Tagen erst einmal wieder die anlaufende Bilanzsaison in den Vordergrund rücken, sagte Evan Lucas von IG in Melbourne. Helaba-Analyst Christian Schmidt erklärte, am Aktienmarkt habe man mehrheitlich auf die Vernunft der Streithähne gesetzt. Das habe sich als richtig erwiesen.


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Kommentare zu " Einigung im US-Budgetstreit: Die große Party an den Börsen fällt aus"

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  • @ notmachterfinderisch

    Das ist nicht nur in den USA so sondern in jedem Land das eine Zentralbank des Rothschild-Imperiums hat!
    Das moderne Geldsystem ist nunmal ein Schneeballsystem und müsste nach geltendem Recht schön längst verboten sein!

  • Hoffentlich kommt der Crash bald, bevor die ganze Welt unter der Kreditblase kollabiert!

  • Ich werde wohl nie begreifen, wie man überhaupt in Partystimmung geraten sollte, nur weil die Schuldenlasten weiter aufgehäuft werden, bis zum unvermeidlichen Urknall und Zusammenbruch dieser nur künstlich geschaffenen Stabilitätsblase, welche immer noch jederzeit explodieren kann, vielleicht sogar sollte.

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