Emerging Markets
Severstal-Fusion bringt Russland ins Spiel

In den letzten Wochen waren die russischen Märkte unter Druck geraten, aber eine einzige Unternehmensmeldung reichte, um sie wieder nach oben zu treiben. Der russischen Stahlkonzerns Severstal kündigte an, mit seinem Luxemburger Konkurrenten Arcelor zusammenzugehen. Die Russen fühlen sich endlich ernst genommen.

HB MOSKAU. Nach Bekanntgabe der Fusionspläne mit Arcelor sind die Aktien des russischen Stahlkochers Severstal in Russland in die Höhe geschossen. Die Papiere zogen am Freitag im RTS-Index des Moskauer Computerhandels um 13 Prozent auf 13,25 Dollar an. Der in Dollar notierte russische Leitindex stieg am Mittag um knapp vier Prozent auf 1480,71 Punkte.

Analysten der russischen Investmentbank Aton werteten die Pläne als positive Nachricht sowohl für Severstal wie auch die gesamte russische Branche. Die Fusion sei ein wichtiger Schritt zur Einbindung der russischen Unternehmen in die globalen Märkte, hieß es in Moskau. „Die Übernahme zeigt auch die Bereitschaft der russischen Behörden, auch Mehrheitsbeteiligungen an großen russischen Konzernen durch ausländische strategische Investoren zuzulassen“, unterstrichen die Analysten von Aton.

Der Luxemburger Stahlkonzern hatte angekündigt, dass er eine Mehrheit an dem russischen Unternehmen für 13 Milliarden Euro übernehmen wolle. Arcelor wehrt sich damit gegen das feindliche Übernahmeangebot des niederländischen Konkurrenten Mittal Steel.

Die russischen Märkte hatten erst in der vergangenen Woche gemeinsam mit den Börsen der Schwellenländer spürbar an Boden verloren. Investoren erwarten höhere Zinsen in den USA, deshalb zogen sie ihr Geld aus den riskanteren Anlagen in den Schwellenländern ab.

Neben Severstal konnten auch weitere russische Schwergewichte im RTS-Index zulegen. Die Aktien von Lukoil, dem größten Ölkonzern des Landes, stiegen am Freitag um 4,8 Prozent und die Aktien des viertgrößten Ölkonzern Surgutneftegaz legten sogar um zwölf Prozent zu.

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