Energie-Titel uneinheitlich
Dax wieder unter 4400 Punkte gerutscht

Die deutschen Aktienbörsen haben am Dienstag angesichts von Gewinnmitnahmen und enttäuschenden deutschen Konjunkturdaten einen Teil ihrer Vortagesgewinne wieder abgegeben. Der Deutsche Aktienindex (Dax) sank um 0,2 % auf 4396,64 Punkte.

HB FRANKFURT. Zu den größten Verlierern zählten die Aktien des Chipherstellers Infineon, die unter anderem wegen schwacher Branchenzahlen unter Druck standen. Die Aktien der Vortagesfavoriten Eon und RWE tendierten uneinheitlich, nachdem sie am Vortag noch von Spekulationen auf ein baldiges Ende der rot-grünen Ära in Berlin stark profitiert hatten. Während die Eon-Aktien einen Teil der Gewinne abgaben, legten RWE noch etwas zu. Die Nebenwerte schlossen kaum verändert, der TecDax zog leicht an.

Viele Anleger nahmen Händlern zufolge den Rückgang des ZEW-Konjunkturindexes zum Anlass, ihre Gewinne vom Vortag zu realisieren. Der Index, der die Erwartungen von Analysten und institutionellen Anlegern für die wirtschaftlichen Aussichten der nächsten sechs Monate misst, sackte im Mai überraschend auf 13,9 (Vormonat 20,1) Zähler ab.

Nach dem Dax-Anstieg von rund einem Prozent am Vortag äußerten sich viele Händler vorsichtig über die weitere Kursentwicklung. Ein Regierungswechsel in Berlin könnte vor allem ausländische Investoren anlocken. Doch hänge die weitere Entwicklung des Dax vor allem auch von der Wall Street ab, die zum Handelsschluss in Europa leicht im Minus notierte. Dort erhofften sich die Investoren am späteren Abend aus den Protokollen der letzten Zinssitzung der US-Notenbank (Fed) Hinweise auf die weitere Geldpolitik.

Die schlechte Aufnahme einer Investoren-Präsentation in London sorgte Händlern zufolge bei Infineon für Kursverluste von gut zwei Prozent auf 7,14 Euro. Zudem belaste die Nachricht, wonach der Semiconductor International Capacity Statistics Group zufolge die Auslastung der Chip-Fabriken weltweit im ersten Quartal auf den niedrigsten Wert seit zwei Jahren gesunken ist.

Gewinnmitnahmen drückten die HVB-Titel um 2,5 % auf 19,32 €. Auch die übrigen Finanzwerte gaben nach.

Die unterschiedliche Entwicklung der Aktien von Eon und RWE erklärten Händler meist mit technischen Faktoren. Die Eon-Titel verloren 0,6 % auf 69,42 Euro, nachdem sie am Vortag noch fast vier Prozent an Wert gewonnen hatten. Die RWE-Aktien, die am Vortag gut drei Prozent zugelegt hatten, stiegen um 0,4 % auf 48,85 Euro. Beide Konzerne wurden in London als mögliche Interessenten für dem britischen Energiekonzern Scottish Power genannt.

Vor der mit Spannung erwarteten Hauptversammlung am Mittwoch legten die Aktien der Deutschen Börse 1,6 % auf 59,53 Euro zu. „Offenbar profitiert die Aktie davon, dass sich die Wogen etwas geglättet haben“, spielte ein Händler auf die Entscheidung des Hedge Fonds TCI an, den Antrag zur Abwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf Breuer zurückzuziehen. Breuer wird voraussichtlich bis spätestens Jahresende sein Amt abgeben.

Im Tec-Dax machten die Titel von Solarworld mit einem Plus 5,6 % etwas weniger als die Hälfte ihres Vortagesverlustes wieder gut. Spekulationen, die Solarenergie könnte unter einer CDU/CSU geführten Bundesregierung weniger hoch im Kurs stehen, hatten den bisherigen Börsenliebling des laufenden Jahres am Vortag rund 14 % an Wert gekostet.

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