Entwicklung des Ölpreises weiter im Fokus
Dax prallt an 3 900-Punkte-Marke ab

Der deutsche Leitindex ist im Windschatten der Wall Street am Mittwoch deutlich geklettert. Doch erneut klagen Händler über geringe Umsätze und fehlende Anschlusskäufe. Gefragt sind vor allem Auto- und Chemiewerte.

HB FRANKFURT. Das Börsenbarometer beendete den Xetra-Handel ein Prozent im Plus bei 3867,52 Punkten. Wegen unsicherer Aussichten für den geplanten Börsengang der Tochter Postbank gaben die Titel der Deutschen Post dagegen nach.

„Unglücklicherweise haben wir nicht die Volumina, um diese Entwicklung zu unterstützen und sie zu einer richtigen Rally zu machen“, kommentierte Analyst Akber Khan von der Deutschen Bank die Dax-Erholung. „Die Leute warten auf ein Signal, dass es ihnen erleichtert, sich für Käufe oder Verkäufe zu entscheiden.“

Marktanalyst Giuseppe Amato vom Handelshaus Lang & Schwarz sah in der aktuellen Kursentwicklung ebenfalls lediglich eine technische Reaktion, die den Dax allerdings durchaus noch rund 100 Punkte weiter nach oben treiben könnte. „Das bisherige Jahreshoch von 4175 Punkten wird uns allerdings noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Denn die derzeitige Erholung der US-Konjunktur ist nicht nachhaltig“, fügte er mit Blick auf am Nachmittag vorgelegte und schwächer als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten hinzu.

Die ebenfalls am Nachmittag vorgelegten Zahlen zu den Erdöl-Reserven der USA blieben ohne größeren Einfluss auf den Ölpreis und spielten daher am Aktienmarkt kaum eine Rolle. In den vergangenen Wochen hatten die Sorgen vor den wirtschaftlichen Auswirkungen des rasanten Ölpreis-Anstiegs für kräftige Aktienverkäufe gesorgt.

Unsichere Aussichten für Postbank-Börsengang drückt Post

Mit einem Minus von 2,1 Prozent auf 16,30 Euro standen die Aktien der Post an der Spitze der wenigen Dax-Verlierer. „Es herrscht Verunsicherung am Markt über die Bewertung der Postbank“, sagte ein Börsianer. „Ursprünglich wurden etwa 38 Euro je Aktie genannt, jetzt kursiert am Markt eine Zahl von rund 28 Euro. Außerdem belastet die Diskussion um eine Aufweichung des Postmonopols.“

Am Dienstag wurde berichtet, Fondsmanager hielten den von der Post angesetzt Postbank-Wert von sechs Milliarden Euro für überzogen. Außerdem will die Bundesregierung der EU-Kommission zufolge das Briefmonopol der Post lockern.

Unabhängig davon verschob am Nachmittag überraschend die Autoservice-Kette Auto-Teile-Unger (ATU) ihren für Juni geplanten Börsengang auf unbestimmte Zeit. Fondsmanager Matthias Born von der Fondsgesellschaft dit befürchtete von diesem Schritt jedoch keine negativen Auswirkungen auf weitere Börsengänge in Deutschland. „Der Investor schaut sich jeden Börsenkandidaten separat an“, sagte Born. Für den 21. Juni ist die Erstnotiz der Postbank geplant.

Auto- und Chemiewerte erholt

An der Spitze der Dax-Gewinner standen dagegen die Automobil- und Chemiewerte, die in den vergangenen Tagen auf Grund des hohen Ölpreises besonders stark unter Verkaufsdruck geraten waren. Mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 35,98 Euro beziehungsweise 2,6 Prozent auf 22,95 Euro verbuchten die Aktien von Continental und Bayer die größten Kursgewinne.

Nach der Vorlage von Geschäftszahlen leicht über den Erwartungen der Analysten verteuerten sich die Papiere des weltgrößten Rückversicherers Münchener Rück um ein Prozent auf 84,75 Euro. „Die Münchener Rück hält, was sie verspricht“, sagte Analyst Jochen Schmitt von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Ein anderer Branchenkenner urteilte: „Die Quartalszahlen sind stark, vor allem die Schaden-Kosten-Quote zeigt, dass das operative Geschäft besser ist.“

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