Erholung nach Absturz : Wankelmütige Börsen

Erholung nach Absturz
Wankelmütige Börsen

Der Absturz war gestern. Heute legt der Dax um 200 Punkte zu. Die Investoren hoffen eine friedliche Lösung im Konflikt um die Krim. Anlass ist eine Ansprache von Putin. Die Stimmung könnte schnell wieder umschlagen.
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DüsseldorfInvestoren haben ein feines Gespür für Risiken. Als sich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine am Montag zuspitzte, reagierten die Finanzmärkte schnell. Weltweit stürzten die Kurse ab – am heftigsten erwischte es die Moskauer Börse. Die Preise für Öl und Gas zogen deutlich an. Aus dem neuen Kalten Krieg drohte ein heißer zu werden. Heute scheint sich die Lage etwas entspannt zu haben – jedenfalls wenn die Börse tatsächlich als Gradmesser taugt.

„Es kehrt etwas Ruhe am Markt ein, da es Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Konflikts gibt“, sagte ein Händler in Frankfurt. Von Erleichterung kann allerdings keine Rede sein, dafür ist die Lage noch zu unübersichtlich. Auch sind die Kursverluste vom Montag noch nicht ausgeglichen.

Der Dax kletterte am Dienstag um 2,5 Prozent oder 230 Punkte auf 9589 Zähler. Am Vortag hatte der Index mehr als 300 Punkte verloren. In Moskau legte der Aktienindex Micex um mehr als fünf Prozent auf 3000 Zähler zu, nachdem er am Montag um fast 400 Punkte gefallen war. Zu den größten Gewinnern in Moskau zählten Gazprom -Aktien, die mit einem Plus von neun Prozent einen Teil der massiven Vortagesverluste wettmachten. Auch der Rubel legte zu. Am Montag hatte die russische Zentralbank zur Stützung der Landeswährung kurzfristig den Leitzins um 1,5 Prozentpunkte angehoben.

Anlass für die Erholung an der Börse: Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte in einem Fernsehinterview, er sehe derzeit keine Notwendigkeit für die Entsendung russischer Truppen in das Nachbarland. Russland habe nicht die Absicht, die Halbinsel Krim zu annektieren. Allerdings behalte sich Russland „alle Mittel“ zum Schutz seiner Bürger in der Ukraine vor. Gleichzeitig warnte er den Westen: Wer über Sanktionen nachdenke, müsse sich auch der Konsequenzen bewusst sein.

„Höchstwahrscheinlich wird es nicht zu einer Invasion Russlands auf dem ukrainischen Festland kommen“, vermutet Asoka Wöhrmann, Co-Investmentchef der Deutschen Asset & Wealth Management. Gleichwohl bestehe jederzeit die Gefahr einer Verschärfung der Krise. „In diesem Fall stellt sie ein globales Risikoszenario dar“, sagt der Investor.

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