Erneut Spekulationen über Intervention der Bank of Japan am Devisenmarkt
Technologie- und Stahlwerte beflügeln Nikkei

Der asiatische Leitindex Nikkei hat in Tokio angetrieben von Kursgewinnen bei Stahl- und Technologieaktien auf dem höchsten Stand seit zwei Wochen geschlossen. Die Stimmung am Markt profitierte von der Hoffnung auf starke Daten zum japanischen Wirtschaftswachstum.

HB TOKIO. Mangels Impulsen von der Wall Street blieben die Handelsvolumina allerings gering. Die US-Börsen waren am Vortag feiertagsbedingt geschlossen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel 1,4 % im Plus mit rund 10 701 Punkten. Zu den Kursgewinnern zählten insbesondere die Aktien von Stahlherstellern. So legten Nippon Steel 3,3 % und Kobe Steel 3,2 % zu. Die Titel profitierten Händlern zufolge vor allem von der Aussicht auf eine kräftige Wachstumsbeschleunigung in Japan. So stehen am Mittwoch die Daten zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Schlussquartal 2003 an. Volkswirte rechnen mit einem aufs Jahr hochgerechneten BIP-Anstieg von 4,6 % nach 1,4 % im Vorquartal. Damit würde Japan die USA überflügeln, wo die Wirtschaft im vierten Quartal vergangenen Jahres ersten offiziellen Schätzungen zufolge mit 4,0 % gewachsen war.

Auch Technologietitel gehörten zu den Kursgewinnern. Canon verteuerten sich um knapp drei Prozent, Tokyo Electron um 4,6 %. Auch an den anderen Börsen in Asien legten die Kurse zu. Der am breitesten gefasste MSCI-Index für Aktien der Region mit Ausnahme Japans lag 0,7 % im Plus, nachdem er zuvor den höchsten Stand seit April 2000 markiert hatte.

Der Devisenhandel in Fernost wurde einmal mehr von Spekulationen über eine Intervention der japanischen Notenbank bestimmt. Der Dollar kletterte zum Yen kurzzeitig auf 105,99 Yen, fiel später dann aber wieder auf Kurse um 105,87 Yen zurück. „Die Kursbewegung war verdächtig, und es könnte eine Intervention gewesen sein, aber ich bin mir nicht sicher“, sagte ein Händler einer großen japanischen Bank. Andere Marktteilnehmer äußerten die Einschätzung, dass der Bank von Japan allmählich die Argumente für Devisenmarkteingriffe zur Begrenzung der Kursgewinne der heimischen Währung zum Dollar ausgehen dürften, wenn sich die japanische Wirtschaft stärker erholt als die US-Wirtschaft. Ein baldiges Ende der Interventionen sei allerdings nicht abzusehen. Japan will eine zu starke Aufwertung des Yen zur US-Währung verhindern, um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Exportfirmen zu erhalten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%