Euro in Fernost gefallen
Börse in Tokio schwächelt

Die Börse in Tokio hat am Freitag ihren Abwärtstrend fortgesetzt und im Minus geschlossen. Die jüngsten Geschäftsausblicke von Technologieunternehmen, erneut steigende Ölpreise und die mögliche Anhebung der US-Leitzinsen belasten den Markt.

HB TOKIO. In Tokio büßte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index bei schwachem Handel zeitweise mehr als zwei Prozent ein. Vor allem Technologiewerte gaben weiter nach und folgten den negativen US-Vorgaben für die Branche. Der Dollar tendierte gegenüber Euro und Yen etwas fester. Der Handel blieb aber weitgehend richtungslos, da die Wirtschaftsdaten aus den USA kaum neue Hinweise auf Termin und Ausmaß der erwarteten Zinserhöhung in den USA gaben. Der Nikkei-Index schloss mit 1,95 % im Minus bei 11 382 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,45 % auf 1149 Punkte.

„Der Nasdaq hat nur 14 Punkte verloren, aber wenn man die Details hinter diesem Rückgang untersucht, dann sieht das ziemlich schlecht aus“, sagte Ken Masuda von Shinko Securities in Tokio. In den USA hatten steigende Lagerbestände zur Reduzierung der Geschäftserwartungen bei Technologiefirmen geführt.

Die Aktien von Tokyo Electron, des weltweit zweitgrößten Herstellers von Ausrüstungen zur Chip-Produktion, fielen fast drei Prozent auf 5580 Yen. Die Titel des Computerchip-Herstellers NEC Corp gaben um mehr als drei Prozent auf 726 Yen nach. Die Aktien von Sharp, dem weltweit größten Hersteller von LCD-Fernsehgeräten, fielen um gut 2,6 % auf 1658 Yen. Papiere des Magnetbänder- Herstellers TDK gaben rund ein Prozent auf 8430 Yen nach.

„Da der Nikkei so technologielastig ist, ist es schwer vorstellbar, dass eine globale Korrektur bei den Technologie-Werten keinen Einfluss auf Japan hätte“, sagte Fumiaki Sato von Deutsche Securities. Dies wirkte sich auch auf andere asiatische Börsen aus. Der Hangseng-Index in Hongkong gab mehr als zwei Prozent nach. Der TWII-Index in Taiwan verlor fast 1,7 %. Der südkoreanische Kospi-Index büßte fast zweieinhalb Prozent ein.

„Ein Rückgang bei den US-Märkten hat die Kauflust gedrückt, und der örtliche Markt ist zurzeit schwach“, sagte Lee Woo Hyun von Kyobo Securities in Seoul. „Der Handel verläuft sehr schleppend vor der nächsten Sitzung der US-Notenbank Fed Ende Juni und wegen der hohen Ölpreise.“

Händler und Analysten erwarten, dass die Fed am 30. Juni den US-Leitzins um 25 Basispunkte erhöhen wird, allerdings ist der weitere Ausblick unklar. „Die Debatte geht inzwischen um die August-Entscheidung und darum, ob die Fed um 50 Basispunkte höher gehen wird oder nicht“, sagte Jake Moore von der Barclays Bank in Tokio. „Solange wir keine Klarheit darüber haben, wird der Dollar möglicherweise weiter in bestimmten Bandbreiten gehandelt werden.“

Am Nachmittag wurde der Euro in Fernost mit 1,1983 Dollar gehandelt. In japanischer Währung kostete die Gemeinschaftswährung 131,16 Yen. Der Dollar kostete 109,41 Yen.

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