Europa-Börsen
Quartalszahlen enttäuschen die Anleger

Überwiegend enttäuschende Quartalsberichte haben den europäischen Aktienmarkt am Dienstag belastet. Positive Konjunkturdaten aus den USA hätten die Verluste allerdings in Grenzen gehalten, sagten Börsianer. In den Vereinigten Staaten hatte sich das Verbrauchervertrauen im Oktober unerwartet stark aufgehellt.

dpa-afx PARIS/LONDON. Zum Handelsschluss sank der Leitindex Eurostoxx 50 um 0,53 Prozent auf 2 856,31 Punkte, nachdem er sich am Montag noch kaum von der Stelle bewegt hatte. Der CAC-40-Index fiel am Dienstag um 0,45 Prozent auf 3 852,66 Punkte und in London verlor der Ftse 100 0,78 Prozent auf 5 707,30 Punkte.

Negativ aufgenommene UBS-Zahlen ließen den Stoxx Europe 600 Banks als einen der schwächsten Branchenindizes um 0,49 Prozent sinken. Die schweizerische Großbank hatte sich im dritten Quartal dem schwachen Branchentrend nicht entziehen können, was den Aktien Kursverluste von 4,99 Prozent auf 16,76 Franken einbrockte. Nach mehreren guten Quartalen war das Investmentbanking wieder in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich hatte es das Institut zwar wieder ins Plus geschafft. Allerdings stammt rund die Hälfte des Gewinns aus einer Steuergutschrift. Bei Analysten stießen die Zahlen auf ein eher negatives Echo. Dass wieder mehr wohlhabende Kunden die Bank ihr Geld verwalten lassen, wurde als fast einziger Lichtblick gesehen.

Mit Enttäuschung aufgenommene Quartalszahlen und ein skeptischer Ausblick ließen die Aktien von Arcelormittal um 4,96 Prozent auf 23,78 Euro sinken. Beim weltgrößten Stahlkonzern hatte sich das Geschäft abgekühlt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen war zwar deutlich besser ausgefallen als vor einem Jahr, als sich die Stahlbranche gerade von den herben Einbrüchen der Wirtschaftskrise erholt hatte. Im zweiten Quartal dieses Jahres hatte Arcelormittal aber viel mehr verdient. Für das Schlussquartal rechnet das Unternehmen zudem mit einer weiteren Verschlechterung. Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel zeigte sich von diesem Ausblick enttäuscht. Er rechnet mit sinkenden Markterwartungen für 2010 und 2011.

Ungeachtet starker Umsatzzahlen büßten die Titel von Air Liquide 1,06 Prozent auf 95,21 Euro ein. Der französische Gasehersteller hatte im dritten Quartal seinen Wachstumskurs fortgesetzt und bestätigte die Jahresprognose eines steigenden Nettogewinns. Die Analysten der Commerzbank und von Cheuvreux sahen die Zahlen über den Erwartungen. Allerdings war die Aktie des Linde-Konkurrenten zuletzt gut gelaufen und hatte am Vortag bei 96,93 Euro den höchsten Verlaufsstand seit Mai 2008 markiert. Händler sprachen entsprechend von Gewinnmitnahmen.

Nach Anfangsgewinnen in Reaktion auf Zahlen brachen die Aktien von Vestas Wind Systems um 9,50 Prozent auf 181,00 Dänische Kronen ein. Der Quartalsgewinn bei dem Anbieter von Windenergieanlagen war zwar weniger stark zurückgegangen als am Markt befürchtet worden war, wie Börsianer sagten. Doch das Unternehmen warnte, 2011 werde das europäische Marktwachstum hinter den eigenen Erwartungen zurückbleiben, weshalb es seine Kapazitäten anpassen müsse. Dazu gehören die Streichung von 3 000 Stellen und die Schließung einiger Produktionsstätten. Vor den Zahlen hatte Unicredit-Analyst Alasdair Leslie noch einen optimistischen Ausblick auf das kommende Jahr erwartet, aber schon auf die schlechter werdenden Wachstumsaussichten in den entwickelten Märkten sowie die erstarkende Konkurrenz aus China verwiesen.

Ein Umsatz- und Gewinnanstieg im dritten Quartal bescherte hingegen den KPN-Aktien in Amsterdam ein Kursplus von 1,91 Prozent auf 11,745 Euro. Berenberg-Analyst Stuart Gordon sah den Umsatz des niederländischen Telekomanbieters sowie den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) leicht über den durchschnittlichen Analystenschätzungen (Konsens). Dagegen habe das Nettoergebnis wegen eines Einmaleffektes um 13 Prozent unter dem Konsens gelegen. Am "Footsie"-Ende sackten die Titel von Cairn Energy um 7,16 Prozent ab. Nach Protesten von Umweltschützern hatte das Unternehmen Ölbohrungen in Grönland gestoppt, wodurch Cairn Energy Börsianern zufolge vermutlich Kosten in Millionenhöhe entstehen.

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