Europäische Börsen
Eurostoxx 50 schließt im Plus

dpa-afx PARIS/LONDON. Angetrieben von weiter steigenden Kursen an der Wall Street haben die europäischen Börsen am Mittwoch ihre Vortagesgewinne stark ausgebaut. Die stärker als erwartete Leitzinssenkung in den USA am Vorabend habe wieder Vertrauen in den Markt zurückgebracht, sagten Börsianer. Vor allem die zuvor schwachen Bankenwerte erholten sich spürbar. Auch der erwartete Rückgang der Verbraucherpreise in den USA habe die Märkte gestützt.

Der Eurostoxx 50 gewann 2,93 Prozent auf 4 389,33 Zähler - im Tagesverlauf schwankte der europäische Leitindex zwischen 4 310 Punkten zur Eröffnung und 4 401 Punkten kurz vor Handelsschluss. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende Stoxx 50 legte 2,67 Prozent auf 3 831,76 Zähler zu. Der Euronext 100 stieg um 2,60 Prozent auf 1 018,19 Punkte. In Paris ging es für den CAC 40 um 3,27 Prozent auf 5 730,82 Punkte nach oben. Der Londoner Leitindex Ftse 100 verteuerte sich um 2,81 Prozent auf 6 460,00 Zähler.

Die weiter erholten Finanzwerte standen geschlossen an der Spitze des Eurostoxx50. Der Sektor sei besonders stark von der überraschend deutlichen Leitzinssenkung in den USA und den daraufhin weiter anspringenden Bankwerten in den USA angetrieben worden, sagten Händler. In den Vortagen waren europäische Banken von der Unsicherheit um die Immobilienkrise in den USA und die Schieflage der britischen Bank Northern Rock stark belastet worden. Allied Irish Banks (AIB) verteuerten sich als Tagesgewinner um 8,53 Prozent auf 17,81 Euro, Societe Generale legten 6,88 Prozent auf 121,31 Euro zu. Die Aktien der französischen Großbank profitierten laut Händlern auch von einem positiven Kommentar von Morgan Stanley. Der Versicherer AXA rückte um 5,42 Prozent auf 30,33 Euro vor.

An der Börse in London entwickelten sich die auch weiter im Fokus stehenden Finanzwerte uneinheitlich. Die am Vortag etwas erholten Aktien von Northern Rock , die zuvor wegen einer Schieflage bis zu 60 Prozent an Wert verloren hatten, brachen am "Footsie"-Ende wieder um 16,01 Prozent auf 257,00 Pence ein. Laut "Daily Mail" führen abfließende Spareinlagen zusammen mit Problemen bei der Umschuldung kurzfristiger Anleihen dazu, dass die Bank ihren Notkredit noch in dieser Woche in Anspruch nehmen muss. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise.

Bradford & Bingley erholten sich dagegen an der Spitze des Londoner Leitindex 10,90 Prozent auf 328,00 Pence. Einer Studie von Standard & Poor„s zufolge sind andere britische Banken weniger anfällig für finanzielle Turbulenzen als Northern Rock. Die geringere Abhängig vom Privatkundengeschäft schütze mittelgroße Institute wie Bradford & Bingley und Alliance & Leicester. Alliance & Leicester gewannen 2,84 Prozent auf 815,50 Pence.

Ebenfalls in London zählten Imperial Tobacco nach einem Zwischenbericht mit minus 0,14 Prozent auf 2 207 Pence zu den wenigen Verlierern. Das Geschäft entwickele sich im Rahmen der Konsenserwartungen, teilte der Tabakkonzern am Morgen mit. Bei der geplanten Übernahme von Altadis warte Imperial Tobacco noch auf die Zulassung von den spanischen Regulierungsbehörden, hieß es. Altadis stiegen als drittschwächster Wert im Ibex-35-Index um lediglich 0,12 Prozent auf 49,07 Euro.

Aktien von Alcatel-Lucent legten in Paris 3,46 Prozent auf 6,57 Euro zu. Der Telekomausrüster erwägt im Rahmen der Zusammenführung der beiden Konzernteile einen höheren Stellenabbau als bisher geplant. Dies sagte Konzernchefin Patricia Russo im Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Figaro". Ob die Fusion ein Erfolg sei, könne frühestens in zwei Jahren entschieden werden, sagte Russo weiter. Seit der Fusion vor neun Monaten hatte der Konzern drei Gewinnwarnungen herausgegeben.

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