Europäische Börsen
Eurostoxx im Abwärtssog

An den wichtigsten europäischen Börsen machten Anleger heute Kasse: Gewinnmitnahmen lasten auf den Kursen der Eurostoxx verliert 1,5 Prozent. Skepsis über die Konjunktur in Übersee sorgte für Bärenstimmung.
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HB PARIS/LONDON. Europas Börsen mussten teils deutliche Verluste hinnehmen. Gewinnmitnahmen haben die wichtigsten europäischen Aktienindizes am Mittwoch ins Minus gedrückt. Auch von der moderat schwächeren Wall Street kamen keine positiven Impulse. Entsprechend schloss der Eurostoxx 50 1,50 Prozent tiefer bei 2 752 Punkten. Am Vortag hatte der Leitindex der Eurozone zwar schon moderat nachgegeben, im Handelsverlauf aber bei 2 827 Punkten zwischenzeitlich ein neues Sechswochenhoch markiert, so dass Börsianer von Gewinnmitnahmen sprachen. In Paris verlor der CAC-40-Index am Mittwoch 1,30 Prozent auf 3,735 Punkte. An der Londoner Börse ging der Ftse 100 mit Verlusten von 0,44 Prozent bei 5 551 Punkten aus dem Handel.

Insbesondere der schwache Bankensektor drückte auf die Kurse. Zudem verwies Marktanalyst David Buik von BGC Partners in London auf ein großes Verkaufsprogramm, das bei insgesamt dünner Handelsaktivität an den nervösen Markt gekommen sei und diesen nach einem freundlichen Start kräftig ins Minus gedrückt habe. Nach der guten Entwicklung in den vergangenen Wochen sei ein Rückschlag ohnehin nicht überraschend.

Im Bankensektor rutschten Unicredit-Aktien um weitere 4,00 Prozent auf 1,823 Euro ab. Der unter massiven Druck geratene Vorstandschef der italienischen Großbank, Alessandro Profumo, ist von seinem Posten zurückgetreten und Aufsichtsratschef Dieter Rampl übernimmt zunächst das Ruder. Cheuvreux sieht erhöhte Risiken auf das Unternehmen zukommen und stufte das Papier von "Outperform" auf "Underperform" ab. Eine Abstufung durch Credit Suisse ließ die Titel der spanischen Bank Santander um 2,85 Prozent auf 9,463 Euro sinken. Die Papiere der Deutschen Bank wurden mit einem optisch hohen Abschlag am Indexende bei 41,015 Euro gehandelt. Die Aktien notierten allerdings ex Bezugsrecht.

Aktien der BNP Paribas standen indes gegen den Branchentrend mit plus 1,06 Prozent auf 55,28 Euro an der Spitze des Leitindex der Eurozone. BASF-Papiere stiegen um 0,66 Prozent auf 45,575 Euro. Händler verwiesen auf positive Aussagen des Chemieunternehmens zum Geschäftsverlauf, der nun optimistischer als zuvor gesehen werde.

In London verteuerten sich die Aktien von Imperial Tobacco nach einem Zwischenbericht über den Geschäftsverlauf um 1,69 Prozent auf 1925 Pence. Der britische Tabakkonzern rechnet für das Ende September ablaufende Geschäftsjahr mit einem Anstieg der Erlöse um rund drei Prozent zum Vorjahr.

Dagegen büßten Ryanair-Titel 2,31 Prozent auf 3,80 Euro ein, obwohl die irische Billigfluggesellschaft die Gewinnprognose für das laufende Jahr bestätigte und die Aktionäre der geplanten Sonderdividende zustimmten. Verbindungen in die USA sollte es allerdings in den nächsten vier bis sechs Jahre nicht geben, sagte Ryanair-Chef Michael O"Leary bei der Hauptversammlung.

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