Europäische Börsen
Eurostoxx im Aufwind

Die europäischen Aktienbörsen haben am Mittwoch in einem Befreiungsschlag von der jüngsten Talfahrt klare Kursgewinne verzeichnet. Der Eurostoxx 50 erwischte einen guten Start in den Dezember und sprang zum Monatsanfang um 2,67 Prozent auf 2 721,87 Punkte nach oben.

HB PARIS/LONDON. Die europäischen Aktienbörsen haben am Mittwoch in einem Befreiungsschlag von der jüngsten Talfahrt klare Kursgewinne verzeichnet. Eine an den Kapitalmärkten positiv aufgenommene Auktion portugiesischer Anleihen und Aussagen von EZB-Chef Jean-Claude Trichet hätten für eine Entspannung an den Rentenmärkten der finanzschwachen Euroländer gesorgt und damit auch neues Kaufinteresse an den Aktienbörsen entfacht, sagte Marktanalyst David Buik von BGC Partners. Für zusätzlich positive Impulse sorgten auch gute Konjunkturdaten aus China und den USA. Buik sagte: "Es war auch Zeit für die Märkte einen neuen Gang für die "Weihnachtsrally" zu finden."

Der Eurostoxx 50 erwischte im Kielwasser dieser verbesserten Stimmung einen guten Start in den Dezember und sprang zum Monatsanfang um 2,67 Prozent auf 2 721,87 Punkte nach oben. Im November hat der Eurozonen-Leitindex insgesamt 6,82 Prozent verloren und war bis auf dem tiefsten Stand seit Anfang September gerutscht. Der Pariser CAC 40-Index legte zur Wochenmitte 1,63 Prozent auf 3 669,29 Punkte zu und der Ftse 100 rückte in London um 2,07 Prozent auf 5 642,50 Punkte vor.

Die schwächsten Sektoren der vergangenen Tage zählten in Europa nun zu den Favoriten, Ganz vorne standen die Automobilwerte und Autozulieferer mit einem Plus von 4,14 Prozent im Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts . Die Aktien würden wegen ihres zyklischen Charakters gekauft, sagte ein Händler. Sie hätten sich bereits in den vergangenen Monaten sehr gut entwickelt und nun nutzten viele den kleinen Rücksetzer der vergangenen Tage zum Einstieg. Hinzu komme eine positive Branchenstudie von Nomura. Die Analysten der japanischen Bank erhöhten in Erwartung einer global zunehmenden Automobilnachfrage ihre Kursziele für viele europäischen Autowerte. Favorit waren BMW-Aktien mit plus 5,13 Prozent auf 60,90 Euro.

Im Fokus blieben unterdessen die in den vergangenen Wochen von der Finanzkrise so stark gedrückten Finanzwerte. Der Stoxx Europe 600 Banks verbesserte sich zur Wochenmitte um 3,57 Prozent und die im Stoxx Europe 600 Insurance erfassten Versicherer legten 2,89 Prozent zu. Die Banken der zuletzt "ins Gerede geratenen" Länder wie Spanien und Italien versammelten sich an der Spitze des Euro Stoxx 50: Aktien der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (Bbva) verteuerten sich als Tagessieger um 7,29 Prozent auf 7,5 930 Euro und Banco Santander gewannen 7,16 Prozent auf 7,8 230 Euro. Unicredit legten 7,04 Prozent auf 1,5 960 Euro. Händler verwiesen einstimmig auf abebbende Sorgen um die Schuldenlage in den Randländern der Eurozone.

Rohstoffwerte zeigten sich wie am Vortag mit einem Plus von 3,16 Prozent im Branchenbarometer Stoxx Europe 600 Basic Resources weiter gefragt. Die Erholung des Euro und eine stabile Entwicklung der Metallpreise sowie die steigende Konjunkturzuversicht hätten den Sektor gestützt, sagte ein Börsianer. In London verteuerten sich die Aktien des Minenkonzerns BHP Billiton um 3,41 Prozent auf 2 365 Pence. Auch die Aktien der Ölkonzerne legten zu. Royal Dutch Shell gewannen auch dank des höheren Ölpreises 2,74 Prozent auf 1992,50 Pence.

Dagegen brachen Aktien von Carrefour am Ende des CAC 40 um 5,61 Prozent auf 32,900 Euro ein. Europas größter Handelskonzern wird im Gesamtjahr wegen der Probleme in Brasilien und auch schwierigen Marktbedingungen in Europa weniger Gewinn machen als ursprünglich angekündigt. Die Analysten-Reaktionen fielen entsprechend negativ aus. Barclays-Experte James Anstead senkte sein Votum von "Overweight" auf "Equal-Weight" und stampfte das Kursziel von 48 auf 38 Euro ein.

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