Europäische Börsen
Eurostoxx mit leichten Verlusten

Schlechte Vorgaben aus den USA belasten den Handel in Europa. Der Eurostoxx geht mit leichten Verlusten aus dem Handel. Besonders Telekomwerte müssen heute Federn lassen.
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HB PARIS/LONDON. Die Ruhe nach der Rally: Leichte Kursverluste in den USA haben am Dienstag für einen uneinheitlichen Handelsschluss der europäischen Börsen gesorgt. Händler begründeten die verhaltene Stimmung an der Wall Street mit einer Verschnaufpause nach den deutlichen Kursgewinnen zu Wochenbeginn. Entsprechend hätten sich auch die Anleger diesseits des Atlantiks zurückgehalten. Einbußen hinnehmen mussten viele Minenaktien und Telekomwerte, wohingegen Finanzwerte wie schon am Montag gefragt waren.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 beendete den Handelstag mit einem Minus von 0,13 Prozent bei 2 856 Punkten, nachdem er zuvor vier Mal in Folge gestiegen war. Der CAC-40-Index legte um minimale 0,01 Prozent auf 3 785 Zähler zu. Für den Londoner FTSE 100 ging es um 0,09 Prozent auf 5 230 Punkte nach unten.

Auf die Verkaufslisten setzten Anleger Papiere aus dem Telekommunikationssektor. Die Aktien von Vodafone etwa fielen um 1,45 Prozent auf 135,95 Pence. Die Zeichen bei dem britischen Mobilfunkkonzern stehen zwar weiter auf Sparen und das erste Halbjahr war im Rahmen der Markterwartungen ausgefallen. Analysten verwiesen aber auch auf den Druck bei den operativen Margen. Im Zuge der Vodafone-Verluste büßten auch andere Telekom-Titel wie France Telecom an Wert ein. Sie verloren 0,26 Prozent auf 17,405 Euro. Anteilsscheine von TeliaSonera fielen ferner um 1,26 Prozent auf 4,69 Euro, Telecom-Italia-Papiere sanken um 1,50 Prozent auf 1,1190 Euro.

Angesichts der wieder nachgebenden Rohstoffpreise, insbesondere bei Kupfer, Zink und Nickel, präsentierten sich auch Minenwerte schwach. Lonmin , Randgold und Kazakhmys sackten in London zwischen knapp zwei bis gut vier Prozent ab.

Finanzwerte aber notierten überwiegend im Plus. Die Titel von HSBC Holdings sprangen nach Zahlen um 3,97 Prozent auf 719,70 Britische Pence an die Spitze des Londoner "Footsie". Nach Angaben der Bank lag der Vorsteuergewinn im dritten Quartal auf vergleichbarer Basis deutlich über dem des Vorjahres. HSBC-Chef Michael Geoghegan sieht sein Haus für die kommenden strengeren Auflagen für Banken gut gerüstet.

Auch die zweitgrößte britische Bank Barclays kommt trotz anhaltend hoher Abschreibungen weiter gut durch die Krise. Die Bank, die zu Beginn des Jahres durch Anteilsverkäufe und eine Kapitalerhöhung gerade noch einmal staatliche Hilfen vermeiden konnte, fühlt sich auch wieder stark genug, um eine Dividende zu zahlen - auch wenn diese mit einem Pence unter dem Vorjahreswert liegt. In London rutschte die Aktie dennoch um 5,06 Prozent auf 325,50 Pence ab, nachdem sie am Montag knapp zwei Prozent hinzugewonnen hatte.

Im Eurostoxx 50 belegten die Finanztitel von AXA mit gut zwei Prozent Kursgewinn und Intesa SanPaolo mit einem Aufschlag von 1,55 Prozent die beiden vordersten Plätze. Die italienische Bank hatte mit ihrem Reingewinn im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten übertroffen und ihre Ergebnisprognose angehoben.

Aktien von Alcatel-Lucent aber fielen um 6,22 Prozent auf 2,504 Euro. Die Analysten von Exane Paribas hatten die Aktien des angeschlagenen Netzwerkausrüsters von "Outperform" auf "Neutral" abgestuft. Die Titel hätten ihr mittelfristiges Aufwärtspotenzial bereits ausgeschöpft, hieß es. Zudem hatte die Ratingagentur Standard & Poor's die Bonitätsnote für langfristige Anleihen des Unternehmens gesenkt. In Deutschland will Alcatel-Lucent überdies jede zehnte Stelle streichen.

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