Europäische Börsen
Eurostoxx zum vierten Mal im Plus

Am vierten Tag nacheinander geht der Eurostoxx-Index mit Gewinnen aus dem Handel. Mehr als zwei Prozent legt der Index zu. Die Erklärung der G 20 Regierungen, die Wirtschaft weiter anzukurbeln, stützt die Kurse. Vor allem Finanztitel profitieren.
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HB PARIS/LONDON. Die Hoffnung auf eine anhaltende Stützung der Aktienmärkte durch staatliche Rettungsmaßnahmen hat den europäischen Aktienmärkten am Montag Auftrieb verliehen. Bernard Mc Alinden, Stratege bei NCB Stockbrokers, begründete die freundliche Stimmung mit positiven Signalen vom G20-Gipfel der wichtigsten Wirtschaftsnationen und Schwellenländer im schottischen St. Andrews. Dort hatten die Finanzminister erklärt, dass bis zu einer wirtschaftlichen Gesundung die Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur und Finanzmärkte fortgesetzt werden sollen.

Der Eurostoxx 50 stieg den vierten Tag in Folge und kletterte um 2,36 Prozent auf 2 860 Zähler. Der Pariser CAC-40-Index gewann 2,11 Prozent auf 3 785 Punkte und in London rückte der FTSE 100 um 1,75 Prozent auf 5 232 Punkte vor.

Finanztitel zählten auch dank positiv aufgenommener Zahlen der Allianz europaweit zu den Favoriten. Europas größter Versicherer wagt allerdings auch nach einem überraschend hohen Milliardengewinn im dritten Quartal keine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Dennoch gehörten die Aktien zu den gefragtesten Werten im Eurostoxx. Spitzenreiter waren die Titel des Finanzkonzerns Aegon , die sich um 5,96 Prozent auf 5,266 Euro verteuerten. In London und Zürich waren Finanzwerte wie Royal Bank of Scotland (RBS) und Credit Suisse ebenfalls weit vorne dabei.

Ein Aktienrückkauf und positive Studien ließen Titel von Societe Generale um 4,11 Prozent auf 48,845 Euro steigen. Das Institut hat alle vom Staat gehaltenen Vorzugsaktien zurückgekauft, wie aus einer am Samstag in Paris veröffentlichten Mitteilung der staatlichen Agentur SPEE hervorging. Morgan Stanley nahm die Beobachtung der Societe-Generale-Aktien mit "Overweight" und einem Kursziel von 63 Euro wieder auf. Die Papiere hätten ein Aufwärtspotenzial von 37 Prozent, die Titel der Konkurrenten hätten hingegen nur 8,5 Prozent Luft nach oben, hieß es in einer aktuellen Studie.

AXA-Anteilsscheine hingegen legten nur um unterdurchschnittliche 0,41 Prozent auf 16,95 Euro zu. Der zweitgrößte europäische Versicherungskonzern erhöht das Kapital um zwei Milliarden Euro, um Zukäufe auf Wachstumsmärkten zu finanzieren.

Minenwerte profitierten derweil von der Fortsetzung der Rekordjagd beim Goldpreis. Kazakhmys rückten um 6,02 Prozent auf 1.286 Britische Pence vor, Xstrata gewannen 5,04 Prozent auf 1 011 Pence.

Ferner stiegen die Aktien des französischen Luxuswarenanbieters und Handelskonzerns Pinault-Printemps-Redoute (PPR) nach der Bilanzvorlage ihrer deutschen Tochter Puma um 4,98 Prozent auf 82,40 Euro. Der Sportartikelhersteller hatte im dritten Quartal abermals weniger verdient als ein Jahr zuvor, geht aber für das Schlussquartal wieder von einem Gewinn aus.

Titel von Cadbury rückten indes um 0,40 Prozent auf 761,00 Pence vor. Der US-Lebensmittelgigant Kraft Foods will sich den britischen Süßwarenriesen Cadbury per feindlicher Übernahme einverleiben. Dafür will Kraft aber nicht tiefer in die Tasche greifen. Nachdem der weltweit zweitgrößte Lebensmittelkonzern im September bei der Cadbury-Konzernspitze abgeblitzt war, richtete Kraft sein Angebot von 9,8 Milliarden Pfund (knapp 11 Milliarden Euro) direkt an die Aktionäre. Das Cadbury-Management forderte die Aktionäre auf, nicht auf das Kraft-Angebot einzugehen. Die Offerte spiegele noch nicht einmal annähernd den Wert Cadburys wider. Kraft-Titel verloren zuletzt an der Wall Street 1,19 Prozent.

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