Europäische Börsen
Finanzwerte nach Citigroup-Aussagen schwach

Die europäischen Börsen haben am Donnerstag Verluste verbucht. Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA und negative Aussagen von der US-Investmentbank Citigroup über weitere kreditkrisenbedingte Abschreibungen belasteten die Märkte und ließen sie knapp über ihren Tagestiefs schließen.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen haben am Donnerstag Verluste verbucht. Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA und negative Aussagen von der US-Investmentbank Citigroup über weitere kreditkrisenbedingte Abschreibungen belasteten die Märkte und ließen sie knapp über ihren Tagestiefs schließen. Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 gab um 0,61 Prozent auf 3 486,71 Zähler nach. Sein Tagestief lag bei rund 3 485 Punkten. Der Stoxx 50 sank um 0,44 Prozent auf 2 976,35 Punkte. In London verlor der Ftse 100 um 0,84 Prozent auf 5 708,40 Zähler und der Pariser CAC-40-Index fiel um 0,59 Prozent auf 4 591,39 Punkte.

Finanzwerte gingen nach den Nachrichten der Citigroup , die kurz vor Börsenschluss die Märkte erreichten, spürbar auf Talfahrt. Die US-Bank muss wegen der Finanzmarktkrise weitere Mrd. Dollar abschreiben und sprach hinsichtlich des zweiten Quartals von "substanziellen Belastungen". Die Wertberichtigungen würden allerdings unter dem Niveau des ersten Quartals liegen, als die Bank krisenbedingt 3,1 Mrd. Dollar abschreiben musste. Credit Agricole gaben um 3,90 Prozent auf 13,31 Euro nach. Societe Generale verloren 2,67 Prozent auf 55,58 Euro. BNP Paribas fielen um 2,40 Prozent auf 60,27 Euro und ING büßten 2,10 Prozent auf 21,95 Euro ein. Fortis sanken um 2,51 Prozent auf 12,84 Euro und Aegon notierten als schwächster Wert im Eurostoxx50 mit minus 3,51 Prozent auf 8,68 Euro.

Im Ftse 100 waren die Aktien von Hbos größter Verlierer und gingen mit 6,90 Prozent auf 299,10,50 Pence auf Talfahrt. Die britische Hypothekenbank sieht sich nach fünf Monaten auf Kurs für das Gesamtjahr. Das Geschäft verlaufe "zufriedenstellend", wobei das endgültige Abschneiden aber entscheidend vom zweiten Halbjahr abhinge, teilte die Bank mit. Merrill Lynch bestätigte die Titel mit "Underperform".

In Paris verloren die Aktien von EADS 2,51 Prozent auf 13,21 Euro. Der milliardenschwere Tankflugzeug-Auftrag der US-Luftwaffe für den europäischen Luftfahrt-und Rüstungskonzern steht auf der Kippe. Der US-Rechnungshof hatte am Vortag einem Protest des Flugzeugbauers Boeing stattgegeben, in dem die Auftragsvergabe von 179 Tankflugzeugen an EADS moniert worden war. Nach dem Einspruch des Rechnungshofes kämpft das europäische Unternehmen zwar weiter um den Milliardenauftrag der US-Luftwaffe, doch nun hat auch Boeing wieder Chancen auf den Auftrag.

Der Tabakkonzern Imperial Tobacco will nach der Übernahme des Konkurrenten Altadis sein Europa-Geschäft umbauen und dabei 2 440 Stellen streichen. Auf diese Weise will der Konzern bis 2010 jährliche Einsparungen in Höhe von rund 300 Mill. Euro erzielen. Bis 2012 sollen es dann 400 Mill. Euro pro Jahr sein. Das Papier gab um 3,29 Prozent auf 1 890,00 Pence nach. Die skandinavische Fluggesellschaft SAS hat den Verkauf der spanischen Tochter Spanair abgesagt und zugleich mitgeteilt, sie könne wegen des Ölpreisanstiegs und der Finanzkrise ihre anvisierten Ziele nicht erreichen. Diese Hiobsbotschaften belasteten den Anteilsschein mit minus 8,73 Prozent auf 36,60 schwedische Kronen.

Eine Branchenstudie der Investmentbank Goldman Sachs stützte die Aktien der Ölgesellschaften gegen den Abwärtssog: Total gewannen 0,13 Prozent auf 51,66 Euro und Repsol-YPF rückten um 0,11 Prozent auf 26,18 Euro vor. BG Group legten um 0,73 Prozent auf 1 257,50 Pence zu. Die Aktie wurde laut Händlern zugleich auch von Gerüchten gestützt, dass BP ein Übernahmeinteresse an dem britisches Energieunternehmen hat. BP-Aktien verloren 1,64 Prozent auf 584,63 Pence. Die A-Aktien der Royal Dutch Shell sanken um 1,44 Prozent auf 1994,00 Pence. Der Konzern musste nach einem Angriff ein Offshore-Ölfeld in Nigeria schließen und dort die Produktion am Donnerstag vorerst einstellen. In dem betroffenen Bonga-Ölfeld werden normalerweise täglich 200 000 Barrel Öl gefördert.

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