Europäische Börsen
Fusionsofferten lassen Kurse steigen

Das Übernahmeangebot des US-Softwareriesen Microsoft für den Internetkonzern Yahoo und der Einstieg einer chinesischen Firma beim Bergbaukonzern Rio Tinto haben am Freitag den europäischen Aktien einen Schub nach oben gegeben. Auch die Aktien der angeschlagenen französischen Bank Société Génerale profitierten von Fusionsgerüchten.

HB FRANKFURT. Insgesamt sprachen Händler aber von einem abwartenden Geschäft. In den USA standen eine ganze Reihe von Konjunkturdaten an, die Aufschluss über die Lage der von einer Rezession bedrohten US-Wirtschaft geben könnten. Der Stoxx50 stieg um 1,8 Prozent auf 3 299 Punkte und der Euro-Stoxx50 um 1,9 Prozent auf 3 862 Zähler.

"Die Anleger stürzen sich auf positive Nachrichten und nehmen diese zum Anlass, Aktien zu kaufen", fasste ein Händler am Mittag die Stimmung zusammen. Allerdings seien viele Anleger vor den US-Daten auch weiterhin auf der Hut. So wurden noch vor US-Börseneröffnung die Arbeitsmarktdaten für Januar aus den USA erwartet. Anschließend stand kurz nach Börseneröffnung der landesweite ISM-Einkaufsmanagerindex an. "Viele Börsianer fragen sich, ob die Fed vor der Zinssenkung am Mittwoch schon die jetzt anstehenden Daten im Visier hatte", erklärte ein Analyst.

Die Nachricht aus den USA über das Interesse von Microsoft an Yahoo schob die Kurse am Mittag weiter an. Microsoft will Yahoo für etwa 44,6 Mrd. Dollar übernehmen. Doch schon zuvor hatte die Aussage von Chinalco, gemeinsam mit dem US-Aluminiumhersteller Alcoa eine Beteiligung von zwölf Prozent an Rio Tinto gekauft zu haben, für Kursgewinne gesorgt. Bislang sei kein Gebot für Rio als Ganzes geplant, teilten die beiden Konzerne mit. Dies könne aber folgen, wenn ein dritter Konzern ein konkretes Angebot vorlege. Bisher hatte BHP Billiton, der weltgrößte Minenbetreiber, um Rio Tinto gebuhlt, war bei dem kleineren Rivalen aber auf wenig Gegenliebe gestoßen. Die Aktien von Rio Tinto schossen um 14,5 Prozent in die Höhe, die von BHP um zwölf. Beide sind im Stoxx50 gelistet.

Spekulationen, neben Frankreichs größter Bank BNP Paribas könnte auch die Credit Agricole an einer Übernahme der Société Génerale interessiert sein, ließen die Aktien der von einem Handelsskandal erschütterten Bank um mehr als fünf Prozent anziehen.

Von der besseren Stimmung konnten die Aktien von Ericsson allerdings nicht profitieren. Der schwedische Telekomausrüster enttäuschte die Anleger ein weiteres Mal mit seinem Quartalsbericht. Die im Stoxx50 gelisteten Titel fielen um zwei Prozent. Schon im Herbst hatten die Aktien die Hälfte ihres Wertes eingebüßt, als der Konzern die Anleger mit einem Gewinneinbruch schockte.

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