Europas Aktienmärkte
US-Vorgaben und Fusionsfantasie geben Auftrieb

Unterstützt von guten Vorgaben der US-Börsen haben die wichtigsten europäischen Börsenindizes am Freitag ihre Kursgewinne ausgebaut und fest geschlossen. Für weiteren Rückenwind sorgten Händlern zufolge Fusionsfantasien bei Bank- und Ölwerten.

dpa-afx PARIS/LONDON. Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 legte um 1,18 Prozent auf 4 480,81 Zähler zu. Der Stoxx 50 , der auch schweizerische und britische Werte umfasst, gewann 1,06 Prozent auf 3 916,56 Punkte. Für den Euronext 100 ging es um 1,12 Prozent auf 1 058,57 Zähler nach oben. In Paris stieg der CAC 40 um 1,23 Prozent auf 6 101,14 Punkte. Der Ftse 100 gewann 0,94 Prozent auf 6 640,90 Punkte.

Im Zentrum des Interesses stand der europäische Bankensektor mit einer Mega-Fusion. Die italienische Börse hat den Handel mit Aktien der Banken Unicredit und Capitalia am Freitag bis auf weiteres ausgesetzt. Medienberichten zufolge treffen sich die beiden Banken am Wochenende, um ihre Fusion zu beschließen.

Die von Übernahmeinteressenten umkämpfte ABN Amro büßte einen Großteil ihre Verlaufsgewinne ein und endeten auf Tagestief mit plus 0,28 Prozent bei 35,30 Euro. Laut "Wall Street Journal" könnte sich die Royal Bank of Scotland (RBS) doch noch mit der Bank of America über den Verbleib der Lasalle Bank einigen. Damit könnte RBS wieder im Bieterkampf um die niederländische Bank eingreifen. RBS-Anteile gewannen 1,32 Prozent auf 653,50 Pence. Aktien von Fortis , die ebenfalls zum von RBS geführten Bieterkonsortium gehören, legten 1,18 Prozent auf 32,45 Euro zu, Santander gewannen 2,15 Prozent auf 13,75 Euro.

Zu den Favoriten in Paris gehörten Arcelor Mittal mit plus 2,82 Prozent auf 43,75 Euro. Exane zufolge berechtigt der kräftige Barmittelzufluss des Stahlkochers zu einem 40prozentigen Aufschlag auf den derzeitigen Aktienkurs. Die Angebotserhöhung für den österreichischen Spezialstahlhersteller Böhler-Uddeholm durch Voestalpine von 69 auf 73 Euro je Aktie sorge für zusätzliche Fantasie im Stahlsektor, sagten Händler. Böhler-Papiere gewannen in Wien 3,09 Prozent auf 72,69 Euro.

In London legten Cadbury Schweppes 1,71 Prozent auf 685,00 Pence zu. Dem "Daily Telegraph" zufolge bereiten zwei konkurrierende Konsortien von Privatinvestoren ein Übernahmeangebot über acht Mrd. britische Pfund für den Getränkekonzern vor. Zu den Gewinnern gehörten auch die Papiere von BP und Royal Dutch Shell , die jeweils mehr als zwei Prozent gewannen. Händler verwiesen auf Spekulationen auf eine bevorstehende Fusion der beiden Konzerne und den anhaltend hohen Ölpreis als Gründe für das Kursplus.

Am Ende des "Footsie" lagen die Papiere von British Airways mit einem Minus von 2,89 Prozent auf 487,0 Pence. Die britische Fluggesellschaft rechnet im laufenden Geschäftsjahr zwar unverändert mit einem Plus von fünf bis sechs Prozent. Es sei nun aber damit zu rechnen, dass der Umsatzanstieg nur das untere Ende der Prognose erreiche, hieß es.

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