Eurostoxx 50
Bankentitel in Europa erneut unter Druck

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen sind am Dienstag trotz einer leichten Erholung gegen Mittag mehrheitlich in der Verlustzone geblieben. Die negative Entwicklung der vergangenen Woche lasse die Anleger weiter vorsichtig agieren, sagten Händler. Es sei schwierig zu beurteilen, ob mit Blick auf die Krise am US-Hypothekenmarkt das Schlimmste nun vorbei sei. Maßnahmen der Notenbanken zur Steigerung der Liquidität in den Finanzmärkten hätten für etwas Beruhigung gesorgt. Der schwache Start an der Wall Street am Nachmittag habe die Kurse belastet. Zudem kamen kurz vor Handelsschluss erneut Gerüchte über weitere Opfer der Subprime-Krise auf, die für Verunsicherung sorgten.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 verlor 1,41 Prozent auf 4 195,60 Zähler. Der Stoxx 50 , der auch Schweizer und britische Werte umfasst, gab um 1,38 Prozent auf 3 670,69 Punkte nach. Der Euronext 100 fiel um 1,37 Prozent auf 971,72 Zähler. Der Pariser CAC 40 büßte 1,78 Prozent auf 5 469,87 Punkte nach. Der Ftse 100 verlor 1,21 Prozent auf 6 143,50 Zähler.

Mit am stärksten unter Abgabedruck standen die europäischen Finanztitel, die am Vortag besonders von der zwischenzeitlichen Markterholung profitiert hatten. Societe Generale verloren 4,59 Prozent auf 119,00 Euro. BNP Paribas sanken um 3,48 Prozent auf 78,18 Euro. Titel der Credit Agricole gaben um 2,77 Prozent auf 27,03 Euro nach. Allied Irish Banks (AIB) verloren 3,17 Prozent auf 18,64 Euro ab.

Im Eurostoxx 50 gehörten ABN-Amro-Titel mit einem Minus von 0,17 Prozent auf 34,42 Euro noch zu den stärksten Werten. Das Bieterkonsortium um die Royal Bank of Scotland (RBS) hatte im Wettlauf um die niederländische Bank Anteile am Markt zugekauft. Das Konsortium, an dem auch der belgische Finanzkonzern Fortis und die spanische Bank Santander Central Hispano beteiligt sind, habe 40,76 Mill. ABN-Papiere zu einem Durchschnittspreis von 33,80 Euro je Aktie erworben, teilte RBS mit. Der Anteil an ABN liege damit bei 3,25 Prozent. Die drei Finanzhäuser liefern sich gegenwärtig ein Bietergefecht mit der britischen Bank Barclays um ABN - deren Aktie fiel um 3,27 Prozent auf 637,00 Pence. Für RBS ging es um 1,29 Prozent auf 573,50 Pence hoch. Santander verloren 1,67 Prozent auf 13,52 Euro, und Fortis gaben um 2,19 Prozent auf 26,75 Euro nach.

Lonmin-Titel gewannen an der Spitze des "Footsie" 1,70 Prozent auf 3 114 Pence. Die International Finance Corp (IFC) will ihre Option auf Aktien im Wert von 20 Mill. Dollar ausüben. Lonmin teilte mit, dass es 341,710 Aktien zum Preis von 2,909 Pence an IFC verkaufen werde. Aktien von Scottish & Newcastle stiegen um 1,31 Prozent auf 580,00 Pence. Händler verwiesen auf Spekulationen, dass die dänische Brauerei-Gruppe Carlsberg ein Gebot für den britischen Getränkehändler vorbereitet. Das sei allerdings eher unwahrscheinlich. Bradford & Bingley gaben als schwächster Wert im britischen Leitindex 4,65 Prozent auf 410,00 Pence ab, nachdem die Credit Suisse die Aktien auf "Underperform" gesenkt hatte.

In Frankreich gewannen France Telecom im schwachen Markt 0,44 Prozent auf 20,64 Euro. Lehman Brothers hatte die Titel von "Equal-Weight" auf "Overweight" und das Preisziel von 21,50 auf 25,00 Euro gehoben.

In Amsterdam stiegen KPN von Akquisitionsplänen angetrieben um 4,62 Prozent auf 11,32 Euro. Der niederländische Telekomkonzern will mehr Aktien zurückkaufen als bisher geplant und in das belgische Festnetzgeschäft einsteigen. Mit der schwedischen Tele2 würden derzeit Verhandlungen über einen Erwerb von deren Tochter Versatel Belgien geführt, teilte die Gesellschaft mit. Der Kaufpreis könnte bei 100 Mill. Euro liegen. Bislang sei aber keine Einigung erzielt worden. Tele2-Titel gewannen 0,84 Prozent auf 119,50 schwedische Kronen.

Aegon verloren 1,80 Prozent auf 13,06 Euro. Der niederländische Versicherer wird zwei Versicherungstöchter der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch übernehmen. Aegon werde die Merrill Lynch Life Insurance Co und ML Life Insurance Co of New York für insgesamt 1,3 Mrd. Dollar in bar kaufen, teilten die Unternehmen am Montagabend mit. Der Deal, der bis Ende des vierten Quartals abgeschlossen sein soll, ist Teil einer strategischen Partnerschaft zwischen beiden Konzernen.

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