Eurostoxx 50
Europas Börsen schließen uneinheitlich

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen haben am Montag uneinheitlich geschlossen, im späten Handel aber einen Teil der gegen Mittag angefallenen Verluste wieder wettgemacht. Die Erholung bei den zuletzt schwer getroffenen Finanztiteln habe die Verluste bei den Öl- und Versorgerwerten kompensiert, die unter den rückläufigen Rohstoffpreisen litten, sagten Händler. Darüber hinaus habe die moderate Erholung an der Wall Street kurz vor Handelsschluss die Kurse zusätzlich unterstützt, hieß es. Nach einem Brand im Osten Londons waren Börsianern zufolge kurzzeitig Sorgen um einen Terroranschlag aufgeflammt, die sich jedoch schon nach kurzer Zeit als unbegründet erwiesen und die Notierungen deshalb nur kurz belastet hätten.

Der Eurostoxx 50 gewann 0,12 Prozent auf 4 302,88 Punkte. Der Stoxx 50 , der auch Schweizer und britische Werte umfasst, verzeichnete ein Plus von 0,38 Prozent auf 3 687,42 Zähler. Der Pariser CAC 40 notierte mit plus 0,21 Prozent bei 5 535,56 Punkten. In London stieg der Leitindex Ftse 100 um 0,84 Prozent auf 6 337,90 Zähler - hier stützten zusätzlich die deutlichen Gewinne von Standard Life und Barclays. Der Euronext 100 hingegen gab um 0,13 Prozent auf 984,66 Punkte nach.

In London war die Aktie des Versicherers Standard Life mit plus 6,46 Prozent auf 259,50 Pence einer der größten Gewinner im "Footsie". Standard Life gibt beim Übernahmekampf um den Konkurrenten Resolution auf - dessen Aktie verlor 2,35 Prozent auf 706,00 Pence. Das eigene Gebot von 517 Pence in bar und 0,715 Standard-Aktien je Resolution-Papier werde nicht angehoben oder geändert, teilte Standard Life mit. Damit ist der Weg frei für den konkurrierenden Bieter Pearl Group, der 720 Pence in bar bietet. Auch die Schweizerische Rückversicherungsgesellschaft Swiss Re dürfte nun in Großbritannien nicht zum Zuge kommen. Diese hatte das Angebot von Standard Life finanziell unterstützt und sollte dafür Teile des Resolution-Geschäfts erhalten. Swiss Re gewannen 2,27 Prozent auf 99,10 Schweizer Franken.

Barclays-Titel gewannen 8,11 Prozent auf 513,00 Pence. Die britische Großbank will bei Veröffentlichung der Quartalszahlen am 27. November einem Pressebericht zufolge Spekulationen über Mrd. -Abschreibungen in Zusammenhang mit der Finanzkrise entgegentreten. Das Institut werde deutlich mehr Informationen veröffentlichen als in Großbritannien für Banken nach Ende des dritten Quartals üblich, hieß es in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Anteilscheine von Rolls-Royce kletterten um 2,83 Prozent auf 545,00 Pence. Der Triebwerkshersteller hatte von Dubai Aerospace Enterprise (DAE) einen 1,2 Mrd. Dollar schweren Auftrag zur Lieferung von Triebwerken für Flugzeuge des Typs A350 XBW erhalten. Rio Tinto profitierten von einer Kurszielanhebung durch die UBS und gewannen 0,60 Prozent auf 5 658,00 Pence. Zudem hatte der australisch-britische Rohstoffkonzern BHP Billiton bei den Aktionären abermals für eine Übernahme des Konkurrenten geworben. BHP verloren 1,29 Prozent auf 1 607,00 Pence.

Die Aktie von Telefonica stieg um 0,89 Prozent auf 22,59 Euro. Der spanische Telekomkonzern hatte in den ersten neun Monaten des Jahres Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und damit die Erwartungen am Markt übertroffen. Telefonica bekräftigte zudem die eigenen Ziele für das Gesamtjahr. Analysten lobten die Bilanz. Von den Zahlen profitierten auch die Papiere der Konkurrenten: Titel der zuletzt unter Druck stehenden Telecom Italia stiegen um 0,10 Prozent auf 2,1 050 Euro, und France Telecom legten um 0,52 Prozent auf 24,94 Euro zu.

EADS-Papiere , die zuletzt stark unter Druck gestanden hatten, profitierten von Nachrichten zu einem Großauftrag und gewannen 2,78 Prozent auf 22,90 Euro. Mit dem Verkauf von 81 Langstreckenjets im Katalogwert von mehr als 20 Mrd. Dollar hatte die Tochter Airbus ihre Position auf dem Weltmarkt für Großflugzeuge erheblich ausgebaut. Vallourec wurden laut Händlern von Übernahmefantasien angetrieben und stiegen um 2,14 Prozent auf 193,65 Euro. Dagegen wurden Arcelormittal von Gewinnmitnahmen und Spekulationen um eine enttäuschende Quartalsbilanz belastet. Die Aktie des Stahlkonzerns, der am Mittwoch seine Zahlen vorlegt, verlor 3,93 Prozent auf 48,44 Euro.

Aktien von Hagemeyer gewannen in Amsterdam 0,86 Prozent auf 4,70 Euro. Der niederländische Elektronikteile-Händler und sein französischer Konkurrent Rexel planen exklusive Übernahmegespräche, nachdem Rexel seine Offerte von 4,60 auf 4,85 Euro je Hagemeyer-Aktie angehoben hat. Die Führung der Niederländer, die das vorherige Angebot abgelehnt hatte, unterstützt die neue Offerte. Rexel gewannen 2,68 Prozent auf 14,58 Euro.

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