Experten sehen Aktien von Versorgern mittlerweile zu hoch bewertet: Versorger drücken Dax ins Minus

Experten sehen Aktien von Versorgern mittlerweile zu hoch bewertet
Versorger drücken Dax ins Minus

Gewinnmitnahmen bei den Versorgerwerten nach der Bilanzvorlage von RWE haben am Donnerstag den Deutschen Aktienindex (Dax) belastet. Der Deutsche Aktienindex beendete den Handel leichter. Händlern zufolge tritt der Markt zurzeit auf der Stelle.

HB FRANKFURT. Gefragt waren hingegen die Aktien der Münchner Großbank HVB, die nach einem erneuten Milliarden-Verlust mit der Streichung von 2400 Arbeitsplätzen ihre Ertragslage verbessern will. Der Dax beendete den elektronischen Handel auf Xetra mit einem Abschlag von 0,15 Prozent auf 4304 Punkten. „Der Markt tritt momentan auf der Stelle. Es fehlt einfach eine klare Richtung“, sagte Oliver Hauer, Händler bei MM Warburg. Bereits am Vortag hatte der Leitindex um die Marke von 4300 Punkten gependelt. Börsianer verwiesen auf den jüngsten Ölpreisanstieg, der den Anlegern die Kauflaune verderbe.

Die Vorlage der Geschäftszahlen nutzten die Anleger zum Verkauf ihrer RWE-Aktien. „Die RWE-Aktie ist zuletzt sehr gut gelaufen. Da nehmen Anleger nun Gewinne mit“, sagte Hauer. RWE-Aktien zählten in den vergangenen zwölf Monaten zu den größten Gewinnern im Dax. „Zudem sind die Aussichten für RWE nicht mehr ganz so rosig, was am Start der Regulierungsbehörde liegen könnte“, ergänzte Hauer. Die WestLB nahm ihre Anlageempfehlung für RWE herunter. Die Analysten von Sal. Oppenheim senkten ihre Empfehlung für die europäische Versorgerbranche auf „reduzieren“ von „neutral“. Die Titel seien inzwischen zu hoch bewertet, hieß es zur Begründung. RWE-Aktien verloren 3,4 Prozent auf 45 Euro. Die Papiere des Konkurrenten Eon fielen um 1,3 Prozent auf 67,27 Euro.

HVB-Aktien bei den Anlegern gefragt

Gefragt waren bei den Anlegern die Aktien der HVB, die rund 5,6 Prozent auf 17,79 Euro zulegten. Händler erklärten die Kursgewinne unter anderem mit dem Quartalsergebnis, das von einigen Analysten positiv bewertet wurde. „Die Abschreibungen auf die Immobilienportfolios sollten durch sein“, kommentierte Hauer die hohen Wertberichtigungen der HVB auf faule Kredite, die der Bank einen Jahresverlust von 2,28 Milliarden Euro einbrachten. Positiv wertete Hauer, dass die HVB keine Kapitalerhöhung plane. „Zudem strafft das Bankhaus mit dem angekündigten Stellenabbau seine Kostenstruktur“, ergänzte er. Eine Reihe von Börsianern zweifelte jedoch an der Nachhaltigkeit der Kursgewinne. „An der Gesamtsituation der HVB hat sich ja nichts geändert. Ich würde die Aktien verkaufen“, sagte ein Händler.

Mit Aktienkäufen honorierten die Anleger die Rekordergebnisse des Dialysespezialisten FMC. Auch für 2005 stellte FMC Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis in Aussicht und will mittels Akquisitionen seine Marktstellung ausbauen. FMC-Aktien verteuerten sich um 4,2 Prozent auf 66,96 Euro.

Fielmann drehe ins Plus

Bei den Nebenwerten im MDax stießen die Papiere von Fielmann auf Interesse. Nach anfänglichen Kursverlusten legte die Aktie deutlich zu und beendete den Handel 3,8 Prozent im Plus bei 57,61 Euro. Händler führten die Kursgewinne auf den positiven Geschäftsausblick von Europas größter Optikerkette zurück. Unter Druck gerieten nach einem unter den Erwartungen liegenden Quartalsergebnis die Aktien des Energiedienstleisters Techem. Die Papiere gaben 1,8 Prozent auf 32,90 Euro nach. Zu den größten Verlieren im MDax zählten mit einem Minus von 2,2 Prozent auf 56,65 Euro die Papiere des Pharmahändlers Celesio. Börsianer erklärten den Kursabschlag mit dem überraschenden Umsatzeinbruch beim britischen Konkurrenten Alliance Unichem. „Die Zahlen von Alliance Unichem haben bei der Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr negativ überrascht. Es besteht die Sorge am Markt, dass dies auch bei Celesio der Fall sein könnte“, sagte Marcus Konstanti, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim.

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