Fed-Aussagen belasten
Asiens Börsen unter Druck

Die Warnung der US-Notenbank vor den zunehmenden Risiken einer Inflation und die darauf nachgebenden US-Börsen haben am Mittwoch auch in Asien auf breiter Front für Verkäufe gesorgt. Einige Händler sahen in dem Hinweis ein Signal für eine künftig wohl aggressivere Zinserhöhungspolitik in den USA.

HB SINGAPUR. Der Dollar hielt sich nach den Inflationsaussagen der US-Notenbank in Fernost zum Euro nahe dem zuvor in New York erreichten Monatshoch. Der Euro lag mit 1,3080 Dollar leicht über seinem Kurs vom späten US-Handel, wo er mit 1,3054 Dollar notiert worden war. Der zuletzt die Fernost-Märkte belastende hohe Ölpreis gab rund ein Prozent auf 55,46 Dollar je Barrel US-Öl nach.

An der Tokioter Börse schloss der Nikkei-Index der 225 führenden Werte 0,87 % im Minus bei 11 739 Zählern nach. Nach dem Fall des Nikkei unter den 25-Tage-Durchschnitt bei 11 764 Punkten und dem wiederholten Scheitern an der psychologisch wichtigen 12 000-Punkte-Marke herrsche am Markt nun eine "Korrekturstimmung", sagten Händler. Der breiter gefasste Topix-Index fiel um 0,72 % auf rund 1193 Punkte. „Der Markt wurde von den Verlusten an den US-Märkten belastet“, sagte Tetsuro Miyachi von Franklin Templeton Investments Japan. „Immobilienfirmen, Warenhäuser und Versicherer - alles Gewinner in jüngster Zeit - hat es dabei am härtesten erwischt.“

Zu den Verlieren am Markt gehörten auch exportorientierte Unternehmen wie der Autobauer Honda Motor. Anleger befürchteten, dass höhere Zinsen in den USA die Kauflust der amerikanischen Konsumenten senken und so die Unternehmensgewinne schmälern könnte. Auch die Märkte in Singapur, Hongkong, Südkorea lagen im Minus. Die Börse in Taiwan schloss praktisch unverändert.

Nach dem Hinweis der Fed auf einen stärkeren Inflationsdruck schlossen Analysten eine schärfere Gangart der Währungshüter nicht aus. Höhere Zinsen verteuern aber die Kreditaufnahme für Unternehmen und Verbraucher. An der New Yorker Wall Street war daraufhin der Dow-Jones-Index erstmals seit dem 1. Februar unter 10 500 Punkte gefallen. Der Nasdaq sackte unter die psychologisch wichtige Marke von 2000 Zählern. Der S&P-500-Index fiel um 1,02 % auf etwa 1171 Punkte.

Eine beschleunigte Zinserhöhung in den USA könnte auch die Attraktivität der US-Währung erhöhen. Zum Yen notierte der Dollar mit 105,27 Yen und lag damit ebenfalls knapp unter dem Monatshoch von 105,69 Yen, das am Vortag notiert worden war. Nachdem die Fed am Dienstag die Zinsen zum siebten Mal in Folge um 25 Basispunkte erhöht hatte, liegt der Schlüsselzins in den USA nun mit 2,75 % um 3/4 %punkt höher als in der Euro-Zone.

Der Überschuss in der japanischen Handelsbilanz ist im Februar im Vergleich zum Vorjahr zudem um knapp 22 % zurückgegangen. Analysten hatten im Mittel einen Rückgang um lediglich gut drei Prozent erwartet. Der Überschuss sei im Vergleich zum Vorjahr um 21,7 % auf 109,3 Mrd. Yen (rund 7,92 Mrd. €) gesunken, teilte das japanische Finanzministerium am Mittwoch mit. Befragte Analysten waren im Schnitt von einem Überschuss von 135 Mrd. Yen (minus 3,3 %) ausgegangen.

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