Fed-Chef warnt vor Immobilienkrise
Bernanke verunsichert die Aktienmärkte

Mit einem deutlichen Kursrückgang hat der Aktienmarkt in New York auf die jüngste Konjunkturprognose von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke reagiert. Der Dow-Jones-Index sackte im frühen Handel um fast 120 Punkte ab. Bernanke hatte in einer Anhörung vor dem US-Kongress vor einem Übergreifen der Immobilienkrise auf Beschäftigung und Konsum gewarnt sowie zugleich die Inflationsrisiken betont.

HB NEW YORK. Er gab in seiner Rede keinen Hinweis darauf, wie die Notenbank auf die unklare Konjunkturlage reagieren werde. Die Zahlungskrise auf dem Hypothekenmarkt habe bislang noch nicht andere Teile der Finanzmärkte übergegriffen, sagte Bernanke. Dennoch warnte er, dass die Zahlungsausfälle die Probleme im Bausektor noch verstärken könnten. „Die Aussichten des Immobilienmarktes sind unsicher“, sagte der Fed-Chef. Zugleich betonte er, dass die Inflationsgefahr noch immer nicht gebannt sei. Obwohl sich der Preisanstieg scheinbar abschwäche, könne sich der Inflationsdruck auf Grund der hohen Ka-pazitätsauslastung wieder verstärken.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,8 Prozent im Minus bei 12 296 Punkten. Er pendelte zwischen 12 257 und 12 396 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,8 Prozent auf 1 417 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite sank 0,8 Prozent auf 2 417 Stellen.

„Wenn die Finanzmärkte etwas hassen, dann Unsicherheit“, sagte Craig Smith von Swiss America Trading Corp mit Blick auf Bernankes Äußerungen. Tatsächlich gingen die Indizes um mehr als ein Prozent in die Knie, noch während der Zentralbank-Chef vor einem gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des Senats und des Repräsentantenhauses Bericht erstattete. Die größte Ursache für die Abschwächung der US-Konjunktur sei die Lage am Häusermarkt der Vereinigten Staaten, erklärte Bernanke. Und die kurzfristigen Aussichten für diese Branche sind dem Zentralbanker zufolge unsicher. Außerdem bleibe die Kerninflationsrate „unangenehm hoch“.

Die Nervösität der Anleger war ohnehin schon beträchtlich, weil der Auftragseingang für langlebige Güter in den USA im Februar mit einem Plus von 2,5 Prozent geringer gestiegen ist als erwartet. Analysten hatten mit einem Plus von 3,5 Prozent gerechnet.

Hinzu kamen die wachsenden internationalen Spannungen wegen der im Iran festgehaltenen Soldaten aus Großbritannien. Sie trieben den Preis für leichtes US-Öl zur Lieferung im Mai um 1,6 Prozent auf 63,96 Dollar je Barrel in die Höhe.

Zu den größten Verlierern an der Börse gehörten Aktien von Wohnbauunternehmen. Der Kurs der Nummer sechs der Branche in den USA, Beazer Homes, glitt 8,4 Prozent auf 28,77 Dollar ab. Die US-Staatsanwaltschaft hatten Ermittlungen gegen den Konzern im Zusammenhang mit seinem Hypothekengeschäft eingeleitet.

Doch auch Titel anderer Branchen gaben nach. Der Kurs des Mischkonzerns General Electric verlor 0,7 Prozent auf 35,55 Dollar. Die Aktien der Bank of America verbilligten sich um 2,1 Prozent auf 50,77 Dollar. Die Papiere des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart verloren 1,9 Prozent auf 46,59 Dollar. Dessen Chef hatte im Fernsehen gewarnt, dass 2007 ein schwieriges Jahr werde.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,46 Mrd. Aktien den Besitzer. 1121 Werte legten zu, 2177 gaben nach und 143 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,87 Mrd. Aktien 976 im Plus, 2022 im Minus und 143 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 4/32 auf 100-1/32. Sie rentierten mit 4,620 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 14/32 auf 98-23/32 und hatten eine Rendite von 4,831 Prozent.

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