Fernost-Börsen
Dollar fällt – Nikkei dreht spät ins Plus

Die Anleger in Tokio bekommen echte Angst vor den Gewinnausblicken in der laufenden Quartalszahlsaison - denn Japans Großunternehmen müssen immer ungünstigere Wechselkursverhältnisse einkalkulieren. Chinas Ölfirmen freuen sich derweil über eine Erhöhung der Bezinpreise.
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HB PEKING/TOKIO/HONGKONG. Im späten Handel präsentierte sich die Börse in Tokio von den frühen verlusten erholt, auch in Shanghai gin es aufwärts mit den Aktienkursen. Allerdings spiegelten die frühen Verluste im Nikkei nicht nur den generell größeren Pessimismus der Japaner und den Optimismus der Chinesen wieder, sondern auch das Währungsgefüge. Der immer stärkere japanische Yen verringert die Exportgewinne der dortigen Ausfuhrwirtschaft, während China seine Währung durch Devisenkontrollen auf einem erträglichen Niveau hält.

Sony-Aktien legten um 1,8 Prozent zu, nachdem sie zunächst bis zu 0,7 Prozent ins Minus gefallen waren.JX Holdings, Japans größter Öl-Raffinierer und Kupferproduzent legte um 3,2 Prozent zu und profitierte damit von anziehenden Öl- und Rohstoffpreisen. Aktien von Nippon Yusen K.K. legten um 1,2 Prozent zu weil die Frachtpreise anzogen. Auch die Papiere von GS Yuasa legten 1,4 Prozent zu. Der führende japanische Autobatteriehersteller hatte seine Gewinnprognose angehoben.

In Tokio warten die Anleger derzeit eher ab – denn die richtig wichtigen Quartalzahlen kommen erst in den nächsten Tagen. Dazu gehörten unter anderem Canon am Mittwoch und Sony am Freitag. Der Nikkei legte um 0,33 Prozent zu auf 9.432 Punkte, nachdem er zuvor noch 0,4 Prozent ins Minus gerutscht war. Der marktbreite Topix legte um 0,2 Prozent auf 822,44 Punkte zu. In Hongkong bewegte sich der Hang-Seng-Index mit plus 0,03 Prozent auf 23.634 Punkte kaum.

Der Dollar hat sich an den Devisenmärkten in Fernost nahe seines Rekordtiefs gehalten. Grund für die Schwäche sei weiterhin die Erwartung, dass die US-Notenbank in Kürze weiteres Geld in den Markt pumpen werde, sagten Händler. Der Euro gab indes leicht nach, da er die Marke von 1,400 Dollar nicht verteidigen konnte. Die Gemeinschaftswährung bewege sich aber weiter in der Spanne zwischen 1,370 und 1,415 Dollar, die sich in diesem Monat abgezeichnet habe.

In China stieg der maßgengliche Index Shanghai Composite um 0,12 Prozent auf 3.055 Zähler. Die Ölfirmen profitierten von der Aussicht auf höhere Margen im Geschäft mit Raffinerieprodukten mit Benzin, da die Regierung die entsprechenden Regeln ändern wil. Die Anteilsscheine von Petrochina gewannen 3,1 Prozent an Wert. Energieintensive Industrien verloren dagegen: „Die Steigerung der Spritpreise wird die laufenden Kosten für einige Firmen erhöhen“, sagte Analyst Wei Wei von West China Securities.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

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