Fernostbörsen
Anleger in Asien schöpfen neuen Mut

Nach den heftigen Kursverlusten zu Wochenbeginn haben sich die asiatischen Aktienmärkte erholt. Schnäppchenjäger sehen bereits attraktive Einstiegschancen. In Japan stützt die Atempause beim Yen. Die japanischen Banken trifft es jedoch erneut hart.

HB TOKIO. Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte haben am Dienstag nach den drastischen Verlusten zum Wochenstart wieder zugelegt. In Tokio stieg der Nikkei um 6,4, Prozent oder 459 Punkte auf 7 622 Zähler. Am Montag hatte der japanische Leitindex noch ein 26-Jahres-Tief erreicht. Hongkongs Hang-Seng-Index stieg nach Verlusten von 12 Prozent am Vortag am Dienstag wieder deutlich an, um mehr als sechs Prozent auf 11 692 Punkte. Der südkoreanische Leitindex Kospi stieg im nachmittäglichen Handel um mehr als fünf Prozent auf 996,69 Zähler.

Ehe die Kurse in Tokio zur Erholung ansetzten, ging es zunächst allerdings noch einmal bergab. Im Tagestief rutschte der Nikkei-Index unter die Marke von 7 000 Punkten. Belastet wurde der Index insbesondere von schwachen Bankaktien. Diese litten unter der geplanten Kapitalerhöhung der Großbank Mitsubishi UFJ. Das Institut, das für neun Milliarden Dollar bei der US-Bank Morgan Stanley einsteigt, will neue Aktien im Wert von mehr als zehn Milliarden Dollar verkaufen. Die Aktie von Mitsubishi UFJ verlor fast acht Prozent, die Titel der Konkurrenten Mizuho und Sumitomo Financial Group sackten gar um knapp 13 Prozent ab.

Auf der anderen Seite des Marktes waren es vor allem exportorientierte Unternehmen, die die japanische Börse nach oben zogen. Grund waren Kursverluste des japanischen Yen in Folge von Gerüchten über Devisenmarktinterventionen zugunsten der japanischen Währung. Der Yen fiel erstmals seit fünf Handelstagen zurück und notierte am Morgen bei knapp 96 Yen je Dollar, nachdem er am Montag noch zeitweise unter 91 Yen je Dollar gelegen hatte. An der Spitze der Gewinnerliste fanden sich unter anderem die Aktien von JFE Holdings, Japans zweitgrößtem Stahlhersteller, die um 15 Prozent zulegten. Titel des Autoherstellers Honda gewannen elf Prozent, die des Konkurrenten Toyota acht Prozent.

Die japanische Regierung kündigte derweil sofortige Maßnahmen gegen bestimmte Leerverkäufe an. Solche Geschäfte, bei denen der Verkäufer die Wertpapiere zum Zeitpunkt des Verkaufs noch nicht besitzt, werden für die jüngsten Kursrückgänge mit verantwortlich gemacht.

Auch an anderen asiatischen Handelsplätzen erholten sich die Kurse am Dienstag deutlich. In Hongkong, wo der Hang Seng in den vergangenen fünf Tagen 28 Prozent an Wert eingebüßt hatte, stiegen erste Schnäppchenjäger wieder ein. Die Aktien seien derzeit im Mittel mit dem 6,4-fachen historischen Gewinn bewertet und damit sehr attraktiv für langfristig orientierte Investoren, sagte ein Marktteilnehmer von DBS. Am Markt könne bald eine Bodenbildung einsetzen, ergänzte er. Die Aktien von HSBC stiegen um 10,5 Prozent. Das hohe Handelsvolumen bei der Aktie wurde am Markt als Anzeichen für umfangreiche Leerverkaufseindeckungen nach dem jüngsten Kurseinbruch betrachtet. China Life gewannen nach Veröffentlichung der Quartalsergebnisse mehr als elf Prozent.

Gegen den Trend in Asien brachen die Kurse in Singapur ein. Die Börse in dem Stadtstaat hatte am Montag wegen eines Feiertags geschlossen, Anleger holten die hohen Kursverluste an anderen Handelsplätzen mit Verspätung nach. Der Straits-Times-Index verlor bis zum Ende der ersten Sitzungshälfte sechs 1 505 Punkte. Im Verlauf war er bis auf ein Fünf-Jahres-Tief bei 1 474 Zählern gefallen. Die Verluste wurden am Markt mit Sorgen wegen der Abschwächung der Weltkonjunktur erklärt. Es gebe noch keine Anzeichen für Gelegenheitskäufe, berichtet ein Händler.

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