Finanzmärkte nach Paris
Terror als Gift für die Börse

Ereignisse wie 9/11 setzen das Aktiengeschäft matt. Regionale Anschläge dagegen wirken sich kaum auf die Finanzmärkte aus. In welche Kategorie der Terror von Paris gehört, ist nicht ausgemacht.

DüsseldorfDer Friedhof der Trinity Church am Eingang zur Wall Street, dem New Yorker Herz des Weltfinanzzentrums, lag am 11. September 2001 unter einer Zentimeter dicken Staubschicht. Terroristen hatten zwei Passagierjets in die Zwillingstürme des World Trade Center gesteuert. Die Türme kollabierten, das gesamte südliche Manhattan war eine Katastrophenzone, die Börse setzte den Handel für mehrere Tage aus. Und nach der Eröffnung kollabierten die Märkte.

Mit 9605 Punkten war der Dow-Jones-Index am 10. September damals aus dem Handel gegangen, am ersten Handelstag eine Woche später stand ein Tagesminus von mehr als sieben Prozent. Erst 40 Handelstage später hatten sich die Kurse wieder berappelt.

Die Folgen von Terrorismus auf den Finanzmärkten sind seit damals von vielen Forschern analysiert worden. Das Ergebnis: Solche Groß-Anschläge wie Nine-Elven wirken sich auf lange Zeit aus, Anschläge mit regionaler Auswirkung dagegen lösen allenfalls kurzfristige Schwankungen aus. Das gilt vor allem für weit entwickelte westliche Märkte.

Nach den Bombenanschlägen auf die Londoner U-Bahn und einen Bus im Jahr 2005 gab es nur einen Tag lang einen Rücksetzer an den europäischen Börsen, bevor sich die Kurse wieder auf dem Niveau vor den Explosionen einpendelten – und das, obwohl London ein bedeutendes Finanzzentrum ist.

Nach Ansicht von Chrisos Kollias, Wirtschaftsprofessor an der griechischen Universität von Thessalien, ist nicht zwangsläufig ausgemacht, in welche der beiden Kategorien die Anschläge von Paris fallen werden. „Kurzfristig dürften an den Märkten Branchen leiden, die direkte Auswirkungen zu spüren haben, also etwa die Tourismusbranche“, so Kollias zum Handelsblatt. Der Ökonom hat mehrere Forschungspapiere zum Thema verfasst.

Langfristig werde die Marktentwicklung davon abhängen, ob Anleger Auswirkungen auf die „Gefahren für die wirtschaftliche Integration Europas und politische Nebenwirkungen“ sehen würden. Die Börse in Paris soll am Montag regulär öffnen, hat eine Sprecherin am Wochenende angekündigt.

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Terror als Gift für die Börse

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Sicherheit gefragt, bis der Nebel sich lichtet

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