Finanzmarkt in Österreich Wiener Börse im Höhenrausch

Das österreichische Börsenbarometer lässt sein deutsches Pendant derzeit weit hinter sich. Der Leitindex ATX erlebt einen regelrechten Höhenflug. Lohnt sich noch ein Einstieg? Anleger sollten lieber genauer hinschauen.
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Das neue Gebäude der Wiener Börse an der Wallnerstrasse 8. Vor einigen Jahren ist das Unternehmen von seinem alten Standort am Schottenring weggezogen. Quelle: picture alliance / Elke Mayr / W
Wiener Börse

Das neue Gebäude der Wiener Börse an der Wallnerstrasse 8. Vor einigen Jahren ist das Unternehmen von seinem alten Standort am Schottenring weggezogen.

(Foto: picture alliance / Elke Mayr / W)

FrankfurtDie Wiener Börse erlebt derzeit einen Höhenflug. Seit Jahresbeginn hat die dortige Benchmark Austrian Trade Index (ATX) um 18 Prozent zugelegt. Anfang Mai knackte sie zum ersten Mal seit fast neun Jahren wieder die 3.000er-Marke. Da kann der Deutsche Aktienindex (Dax) nicht mithalten. Der deutsche Pendant legte im gleichen Zeitraum nur um etwa neun Prozent und damit rund die Hälfte zu.

Bereits seit Mitte 2016 geht es an dem dortigen Finanzmarkt wieder kontinuierlich aufwärts. Er scheint seine Krise überwunden zu haben. Experten der Bank Erste Group schätzen auch die Aussichten rosig ein. „Wir sehen ein starkes Momentum, unterstützt von einer Vielzahl anderer Indikatoren“, schrieben die Analysten Mitte Mai dieses Jahres. „Der langfristige Trend zeigt weiterhin eindeutig nach oben.“

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
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Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 26: Ghana
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Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

Platz 25: Aktien Ägypten
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Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 24: Aktien China
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Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 23: Britisches Pfund
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Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 22: Mexikanischer Peso
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Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 21: Sparbuch
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Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

Dabei sorgte sich der österreichische Finanzmarkt lange Zeit darum, bedeutungslos zu werden. Dabei ist die Wiener Börse eine der traditionsreichsten Wertpapierbörsen der Welt. Sie wurde 1771 von der Habsburger Monarchin Maria Theresia gegründet, um dem unkontrollierten Handel mit Wertpapieren Einhalt zu gebieten.

Im Leitindex ATX sind die 20 größten börsennotierten Firmen Österreichs gelistet. Dazu zählen unter anderem die Erste Group Bank, das Öl- und Gasunternehmen OMV oder der Stahlkonzern Voestalpine. Der Index startete 1991 bei 1.000 Punkten, profitierte zur Jahrtausendwende vom Osteuropa-Boom und erreichte 2007 mit 5.000 Punkten sein Allzeithoch. In der Finanzkrise wurde die starke Ostorientierung der österreichischen Unternehmen allerdings zum Problem. Der ATX kollabierte regelrecht und stürzte auf unter 2.000 Punkte ab. Die geplante Fusion mit Warschau zu einem osteuropäischen Börsenverbund scheiterte.

Wie wahrscheinlich ist die Amtsenthebung von Donald Trump?

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Mit seinen aktuell 3150 Zählern liegt der österreichische Index noch deutlich unter seinem Allzeithoch, während der Dax 30 in dieser Handelswoche neue Rekordhochs markiert hat, zuletzt bei 12841 Zählern. Doch Vorsicht, sollten Anleger jetzt auf einen Nachholbedarf das ATX gegenüber dem Frankfurter Barometer setzen. Zwischen beiden Indizes gibt es erhebliche Unterschiede – nicht nur wegen der unterschiedlichen Zahl der Indexmitglieder. Die Frankfurter Benchmark ist ein Perfomance-Index, bei dem die Dividendenausschüttungen miteingerechnet werden, das Wiener Barometer hingegen ein Preisindex – ohne Dividenden. So wie die meisten anderen internationalen Indizes auch.

Der wichtigste Unterschied zwischen Dax und ATX
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