Finanzwerte am Freitag wieder gefragt
Achterbahnfahrt an Europas Börsen

Die Talfahrt an Asiens Börsen hielt am Freitag an. Die zunehmende Sorge über die Probleme auf dem US-Immobilienmarkt und ein erstarkter Yen führten in Tokio zu größeren Kurseinbrüchen als nach dem 9/11-Terror. Auch in Hongkong, Seoul und Singapur kam es zu erheblichen Verlusten. Die europäischen Märkte reagierten geschockt, erholten sich am Vormittag aber wieder.

HB PARIS/LONDON/FRANKFURT/TOKIO. Die gemischten Vorgaben sorgten zum Start noch für Verunsicherung, hieß es am Markt. Dann habe die positive US-Vorgabe allerdings den Kursrutsch in Asien verdrängt und die meisten Indizes gingen auf Erholungskurs. Die Erlösung der Kurserholung oder die Hölle des Absturzes sind die beiden Extrempole, zwischen denen die europäischen Börsen derzeit hin- und hergerissen werden. Fast scheint es am Mittag so, als habe sich ein Gleichgewicht eingestellt, denn die Indizes treten auf der Stelle. Der Euro-Stoxx-50 gibt gegen 12.20 Uhr um 0,1 Prozent nach auf 4. 60 Punkte, der Stoxx-50 verliert 0,4 Prozent bzw. 14 auf 3 532 Punkte. Dabei sah es kurz vor Handelsstart noch nach einer Kurserholung aus, nachdem die US-Börsen am Donnerstag nach einer spektakulären Schlussrally nur wenig verändert aus dem Tag gegangen waren.

Die weltweiten Finanzmärkte bewerteten weiter die Risiken querbeet über alle Finanzinstrumente neu, sagte ein Marktteilnehmer am Freitag zur unverändert starken Volatilität an den Börsen. Die Ängste vor einer Kreditklemme dominierten ungeachtet der Tagestendenzen weiter das Geschehen und stünden einer nachhaltigeren Erholung an den Börsen im Wege. Die Erholung an Wall Street kurz vor Handelsschluss werde deswegen misstrauisch beäugt. Sie sei kein Zeichen einer Sentimentverbesserung, sondern vielmehr Ausdruck der starken Unsicherheit der Investoren. Deutliche Erholungen in einer anhaltenden Korrektur seien zudem nicht ungewöhnlich.

Noch pessimistischere Marktbeobachter weisen daraufhin, dass jeder Crash mit einer Korrekturbewegung beginne, die man gemeinhin mit rund zehn Prozent ansetzen könne. Dieses Zehn-Prozent-Minus von seinem Jahreshoch vor rund vier Wochen habe der Dow an Wall Street im Tagestief am Donnerstag bereits erreicht.

Aufbäumen der Gebeutelten: Finanzwerte erholen sich

Unternehmensnachrichten - am Berichtstag ohnehin rar - spielen in dem weiter von Nervosität und Unsicherheit geprägten Umfeld weiter kaum eine Rolle. Auffallend sei, dass zyklische Sektoren, wie etwa Minenwerte, Industriegüter, Chemie, Automobil und Bau weiter zur Schwäche neigten, saten Aktienhändler. Das sei ein eindeutiges Zeichen, dass Konjunkturängste weiter auf den Gemütern der Investoren lasteten.

Die Stabilisierung in Europa ist vor allem auf die Kursgewinne bei Banken, Versicherungen und Financial Services zurück zu führen. Die jeweiligen Subindizes gewinnen rund ein Prozent. Gerade diese Sektoren seien zuletzt unter die Räder gekommen und legten nun zu, sagte ein Händler.

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