Folgen der chinesischen Währungsentscheidung
Yuan-Aufwertung schwächt Tokios Börse

Einen Tag nach Chinas überraschender Loslösung seiner heimischen Währung von der Dollar-Bindung hat die Börse in Tokio schwächer geschlossen. Für den Fall starker Yen-Schwankungen behält sich der japanische Finanzminister einen Markteingriff vor.

HB TOKIO. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel am Freitag um 91,68 Punkte oder 0,78 Prozent auf den Schlussstand von 11 695,05 Zählern. Der breiter gefasste Topix gab um 8,00 Punkte oder 0,67 Prozent auf den Stand von 1186,76 Punkten nach.

Am Devisenmarkt legte der Yen zum Dollar in Reaktion auf Chinas Währungsentscheidung deutlich zu. Die US-Währung notierte um 15.00 Uhr Ortszeit mit 110,89-91 Yen nach 112,62-64 Yen am Vortag. Der Euro notierte fester mit 1,2172-74 Dollar nach 1,2150-53 Dollar am Vortag zur gleichen Zeit. Euro und Dollar erholten sich am Freitag in Fernost leicht von den deutlichen Kursverlusten des Vortages zum Yen als Folge der Yuan-Aufwertung.

Chinas Entscheidung werde als ein "sehr großer Schritt" hin zu einem stärkeren Beitrag Chinas zur Weltwirtschaft in die Geschichte eingehen, sagte der japanische Minister für Wirtschafts- und Fiskalpolitik, Heizo Takenaka. Finanzminister Sadakazu Tanigaki erklärte am Freitag, er werde genau die Entwicklung am Devisenmarkt verfolgen. Das wurde als Hinweis gewertet, dass Japan in den Markt eingreifen würde, sollte es zu starken Schwankungen des Yen gegenüber dem Dollar und anderen wichtigen Währungen kommen. Die japanische Regierung erwarte nicht, dass die Neubewertung des Yuan in dem erfolgten Ausmaß signifikante Auswirkungen auf Japans Wirtschaft haben werde, erklärte unterdessen ein Regierungssprecher.

Die Yuan-Aufwertung durch die chinesische Regierung am Donnerstag hatte auch den japanischen Yen steigen lassen. Der Euro notierte zum Dollar wenig verändert bei 1,2174 Dollar. Ein starker Yen schadet den japanischen Exporteuren, weil es ihre Erzeugnisse im Ausland verteuert. Verkäufe von exportlastigen Titeln wie Toyota oder Canon in Folge der Aufwertung des chinesischen Yuan haben am Freitag die Aktienbörse in Tokio belastet. Die Aktien des Autoherstellers Toyota verloren ein Prozent, die Titel des Wettbewerbers Nissan gaben 1,5 Prozent nach. Die Aktien des Kamera- und Büromaschinenherstellers Canon, der drei Viertel seines Umsatzes im Ausland erwirtschaftet, fielen um ein Prozent. Japanische Stahlwerte, etwa JFE, legten allerdings zu.

Händler gehen davon aus, dass in den kommenden Wochen die Stärke des Yen vermutlich andauern werde. Die Investmentbank JPMorgan prognostizierte, bis zum Jahresende werde der Yuan zum Dollar um sieben Prozent und bis Ende 2006 um 15 Prozent zulegen.

An der Börse in Hongkong gab es angesichts der dort notierten chinesischen Unternehmen Zuwächse. So stieg China Southern Airlines um 6,3 Prozent. Der Hang-Seng-Index kletterte um 0,6 Prozent auf 14.704 Punkte. Die Börse in Taiwan gab dagegen nach, der Markt in Südkorea schloss kaum verändert leicht im Minus. Am US-Aktienmarkt hatten Dow-Jones-Index und Nasdaq am Donnerstag je etwa ein halbes Prozent nachgegeben.

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