Frankfurter Börse
Dax schließt unter 9800 Punkten

Der Handelstag in Frankfurt stand im Zeichen der US-Börsen: Erst bescherten sie hohe Verluste – zeitweise verlor der Dax zehn Prozent gegenüber Jahresbeginn. Zum Schluss half die Wall Street dem Index auf die Beine.
  • 79

FrankfurtAnlageexperten haben prognostiziert, dass 2016 ein sehr volatiles Jahr an den Börsen werde. Dass sie richtig liegen, hat heute eindrücklich bewiesen: Im Tagesverlauf ging es um mehr als drei Prozent nach unten. Seit Jahresbeginn standen mehr als 1000 Punkte beziehungsweise zehn Prozent Verlust zu Buche. Schuld daran waren vor allem die schwachen Vorgaben aus den USA. Die US-Börsen schlossen am Mittwoch im Minus. Der schwache Ölpreis hat den Anlegern Sorgen bereitet.

Am späten Nachmittag aber erholt sich der Dax aber etwas. Aus dem Handel ging der Index rund 1,7 Prozent tiefer bei 9794 Punkten. Der Grund für die – zugegebenermaßen bescheidene – Erholung: schon wieder die US-Börsen. Sie sind positiv in den Handelstag gestartet – nicht zuletzt, weil sich die Ölpreise im Tagesverlauf erholten. Auch die steigenden Bankentitel halfen den US-Börsen nach oben.

Der größte Verlierer im deutschen Leitindex war die Deutsche Bank. Beim größten deutschen Geldhaus standen Verluste von 4,3 Prozent zu Buche. Wenig besser erging es der Lufthansa. Für deren Aktie rutschte um 3,4 Prozent nach unten. Die Airline hat mit der Zuverlässigkeit seiner Billig-Tochter Eurowings zu kämpfen. Verloren haben auch die Autowerte: Die Volkswagen-Aktie rutschte um 3,7 Prozent ab. Für Daimler ging es zeitweise um bis zu sechs Prozent nach unten, zum Börsenschluss erholten sich die Papiere aber wieder und schlossen so „nur” 3,6 Prozent tiefer.

Auf der Gewinnerseite standen dagegen die Aktien des Kali- und Salzproduzenten K+S. Die Aktie legte um rund drei Prozent zu. Spekulationen auf einen Teil-Börsengang der US-Tochter Morton Salt hatten zunächst den Düngemittelhersteller gestützt. Zu den Papieren mit leichten Tages-Zuwächsen zählten zudem Siemens (0,2 Prozent) sowie die Deutsche Börse (weniger als 0,1 Prozent).

Dem Auf und Ab am Donnerstags gingen auch schon am Mittwoch Kursschwankungen voraus. Der Dax überschritt erst locker die 10.000 Punkte, der Trend schien im grünen Bereich. Doch dann kletterte der Euro und das drückte die Aktien von exportabhängigen Konzernen wie den Autobauern deutlich ins Minus. Der Dax schloss am Ende ein Viertelprozent im Minus bei 9960 Zählern.

Am Mittwoch hatten sich Anleger noch vom erneut unter 30 Dollar gefallenen Ölpreis der Sorte WTI beeindrucken lassen. Auch Brent Öl rutschte zeitweise unter diese Marke. „Angesichts des Verfalls der Ölpreise besteht die Sorge, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession verfallen könnte“, sagte Tim Ghriskey vom Vermögensverwalter Solaris Asset. Am Donnerstagmorgen laviert der Ölpreis jedoch über der 30-Dollar-Marke. Er erholte sich. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent 30,88 Dollar, ein Barrel WTI 31,49 Dollar.

Einerseits wirken zwar niedrige Rohstoffpreise förderlich für die Konsumnachfrage. Doch große Industrieunternehmen – vor allem natürlich in der Öl- und Gasbranche – leiden darunter. Konzerne fahren ihre Investitionen zurück und streichen bereits Tausende Arbeitsplätze, wie es zuletzt etwa der britische Ölriese BP angekündigt hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Frankfurter Börse: Dax schließt unter 9800 Punkten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Mal gewinnt man, mal verliert man (wird von der Handelsmaschine automatisch aus- bzw. eingestoppt) bei 100en von Geschäften am Tag. Aber am Ende des Handelstages um 17:30 wenn das Buch glatt ist soll das P&L im Plus sein, und nach Möglichkeit 5-stellig (davon gehen dann natürlich noch die Steuern ab für Dr. Schäuble). Alles andere wird als schxxx Tag gewertet, wo man(n) besser hätte im Bett bleiben sollen.

    Loss-Tage gibt es natürlich auch. Aber die kommen nur vor, wenn sich der Future (FDAX) bei wenig Volumen kaum und in einer engen Tages-Range bewegt. In diesem Sinne, empfehle ich mich und wünsche einen schönen Feierabend.

  • Keinesweg, eher Selbsterfahrung mit Trolle und Prolle.

  • Genau da wo du sein wirst wenn der DAX von 12000 wieder auf 4000 fällt :-)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%