Freitagshandel durch Merck-Urteil belastet
Wall Street blickt auf Ölpreise und Konjunktur

Neben der Entwicklung der hohen Ölpreise dürften in der kommenden Börsenwoche in den USA der Auftragseingang für langlebige Gebrauchsgüter im Zentrum des Anlegerinteresses stehen. Investoren erhoffen sich von den Konjunkturdaten Rückschlüsse auf die Stärke der Unternehmens- und Konsumausgaben.

HB NEW YORK. In der vergangenen Handelswoche zeigte sich die New Yorker Wall Street richtungslos, nachdem am Dienstag der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart vor negativen Auswirkungen der hohen Ölpreise auf die Konsumausgaben gewarnt hatte. Am Freitag hatten die Börsen dann wenig verändert geschlossen. Belastet wurden sie allerdings gegen Handelsende durch das Urteil gegen den US-Pharma-Riesen Merck & Co. Eine Gericht befand den Konzern mitschuldig am Tod eines Patienten, der das inzwischen zurückgezogene Merck-Medikament Vioxx eingenommen hatte.

"Der Eindruck wächst, dass die Verbraucher schwächeln", sagte Tim Ghriskey von Solaris Asset Management. "Das haben wir in einer Reihe von Einzelhandelszahlen gesehen, am deutlichsten bei Wal-Mart." Der Anstieg der kurzfristigen Zinsen, der sich auf eine Reihe von Hypotheken auswirke, beeinflusse das Verbraucherverhalten. Hinzu kämen die hohen Preise an den Tankstellen, sagte Ghriskey.

Preise für US-Rohöl zur Lieferung im September schossen am Freitag mehr als zwei Dollar auf über 65 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) in die Höhe. Der Markt reagierte damit zum einen auf die Entscheidung Ecuadors, seinen Erdöl-Export wegen anhaltender Proteste gegen die Ölindustrie zu stoppen. Zum anderen verschreckte ein Raketenangriff mutmaßlicher Islamisten auf zwei US-Kriegsschiffe im jordanischen Hafen Akaba die Händler.

Bei den erwarteten Konjunkturdaten werden sich die Märkte wohl auf den Auftragseingang langlebiger Güter am Mittwoch konzentrieren. Als solche Güter gelten alle Produkte, die mindestens drei Jahre in Gebrauch sein sollen. Von der Auftragslage in diesem Bereich versprechen sich die Anleger Hinweise auf die Höhe der Kapitalinvestitionen von Unternehmen. Experten erwarten, dass das US-Handelsministerium einen Rückgang der Auftragseingänge um 1,2 Prozent im Juli bekannt geben wird. Auf der Unternehmensseite warten die Anleger am Montag auf Zahlen des Ketchup- und Gewürzmittelherstellers Heinz, des Herstellers von Steuer-Software Intuit am Mittwoch und der Discount-Einzelhandelskette Dollar General am Donnerstag.

In der vergangenen Handelswoche gaben die Aktienkurs an der Wall Street nach. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,39 Prozent im Minus, während der breiter gefasste S&P-500-Index Verluste von 0,87 verzeichnete. Die Technologiebörse Nasdaq büßte am stärksten, nämlich 0,99 Prozent ein.

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