Freude über Saddam-Festnahme schnell verpufft
Nur kurzer Höhenflug der US-Börsen

Ausgelöst durch die Gefangennahme des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein wurden die US-Standardwerte am Montag zunächst auf neue Jahreshöchststände getrieben. Doch dann setzte wieder die Ernüchterung ein und die US-Börsen haben im Minus geschlossen.

HB NEW YORK. Die Festnahme Saddams hatte Börsianern zufolge zunächst die Hoffnung auf eine merkliche Beruhigung der Lage im Irak geweckt. Auch auf eine Verbesserung des Konsumklimas im Weihnachtsgeschäft war spekuliert worden. Die Festnahme ändere aber „nichts am Ausblick für 2004 für die Konjunktur und die Unternehmensgewinne. Sie bedeutet nicht das Ende des US-Engagements im Irak oder das Ende des Terrorismus“, sagte ein Analyst.

Der Standardwerte-Index Dow Jones und der breiter gefasste S&P-500-Index stiegen zeitweise auf ihre höchsten Stände seit Ende Mai 2002. Zum Handelsschluss drehte der Dow dann ins Minus und ging 0,2 % leichter bei 10 022 Punkten aus dem Handel. Der S&P-Index verlor 0,6 % auf 1068 Zähler, während der Index der Technologiebörse Nasdaq 1,6 % auf 1918 Punkte nachgab.

Die Titel von Wal-Mart verloren 3,4 % auf 50,74 Dollar. Der weltgrößte Handelskonzern hatte zuvor einen verhaltenen Umsatzausblick für Dezember gegeben. Begründet hatte das Unternehmen dies mit verzögerten Weihnachtseinkäufen zahlreicher Kunden und einem Trend zu Geschenkgutscheinen, die sich nicht sofort im Umsatz niederschlagen.

Zu den Kursgewinnern gehörten dagegen die Aktien von El Paso, die 8,6 % auf 7,32 Dollar zulegten. Der Energiekonzern hatte zuvor eine Schuldenreduzierung um ein Drittel sowie den Verkauf von Unternehmensteilen im Wert von 3,9 Mrd. Dollar bis Ende 2005 angekündigt.

Der Aktienkurs des Spielzeughandelskette Toys R Us kletterte um 3,6 % auf 11,39 Dollar. Zuvor hatte das Anlegermagazin „Barron's“ die Titel als unterbewertet bezeichnet.

Das Augenmerk der Investoren richtete sich zudem auf die Quartalszahlen des Softwareherstellers Oracle, die nach Handelsschluss erwartet wurden. Im Vorfeld verloren die Papiere ein Prozent auf 12,70 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,46 Mrd. Aktien den Besitzer. 1278 Werte legten zu, 2018 gaben nach und 151 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,78 Mrd. Aktien 948 im Plus, 2256 im Minus und 147 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 5/32 auf 99-29/32. Sie rentierten mit 4,26 %. Die 30-jährigen Bonds verloren 3/32 auf 103-31/32 und hatten eine Rendite von 5,10 %.

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