Fusionen im Blickpunkt
Wall Street rechnet mit Gewinnmitnahmen

In der letzten Handelswoche dieses Jahres dürften die Anleger an den US-Börsen ihre Aufmerksamkeit vor allem auf große Firmenfusionen richten. Unternehmens- oder Konjunkturdaten sind dagegen kaum zu erwarten.

HB NEW YORK. Hohe Bargeldbestände von Beteiligungsgesellschaften und Konzernen haben das Volumen von Übernahmegeschäften in diesem Jahr auf ein neues Rekordhoch von fast vier Billionen Dollar weltweit getrieben. Bislang lag die Höchstmarke nach Berechnungen von Thomson Financial bei 3,4 Billionen Dollar, aufgestellt im Jahr 2000. Ein Höhepunkt 2006 war das jüngste Interesse von Beteiligungsfirmen an der US-Baumarktkette Home Depot mit einem Marktwert von etwa 82 Milliarden Dollar. Das Beispiel zeige, dass eine 100-Milliarden-Dollar-Übernahme in den kommenden zwölf Monaten möglich sei, sagte Analyst Robert P. Brown von Fidelity Investments.

Die Fusionswelle hat den Dow-Jones-Index der Standardwerte in diesem Jahr bislang um 15 Prozent steigen lassen. Dazu haben auch die soliden Unternehmensgewinne beigetragen. Die im S&P-500-Index notierten Firmen verbuchten im dritten Quartal nach Reuters-Schätzungen das 17. Vierteljahr in Folge zweistellige Ergebniszuwächse.

Sorgen um das Wirtschaftswachstum hatten die US-Börsen allerdings am letzten Handelstag vor Weihnachten im Minus schließen lassen. Händlern zufolge schürten Konjunkturdaten und der Fall von Rohstoffpreisen Ängste vor einer Abkühlung der Wirtschaft. Führende Werte wie die Aktien des US-Flugzeugherstellers Boeing verbilligten sich bei dünnem Handel um über ein Prozent. Die schlechte Stimmung kaum aufhellen konnten am Freitag veröffentlichte US-Inflationsdaten, die günstiger als erwartet ausfielen.

Der Dow schloss 0,63 Prozent tiefer bei 12.343 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,53 Prozent auf 1411 Zähler, der Technologie-Index Nasdaq 0,61 Prozent auf 2401 Punkte. Im Wochenverlauf verlor der Dow 0,8 Prozent, der S&P-500 1,1 Prozent und die Nasdaq 2,3 Prozent.

"Ich sehe da keine große Bewegung nach oben nächste Woche", sagte Michael Metz von Oppenheimer & Co.. Die meisten Anleger würden jetzt Gewinne mitnehmen, weil sie mit einer weichen Landung des Aufschwungs rechneten. "Und ich erwarte noch mehr Gewinnmitnahmen in der neuen Woche."

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