Getrübte Stimmung
US-Börsen durch Ölpreis ins Minus gerutscht

Die Furcht der Anleger vor wachstumsschädlichen Folgen hoher Energiekosten ist durch einen über 61 Dollar gestiegenen US-Ölpreis wieder gestiegen und hat die US-Börsen ins Minus rutschen Lassen. Händler sprachen auch von einer getrübten Stimmung durch die US-Wachstumszahlen, von denen sich einige Börsianer wohl mehr erhofft hatten.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte erklomm im Geschäftsverlauf ein Hoch von 10 718 Zählern. Er verließ den Handel 0,6 Prozent ermäßigt auf dem Tagestief von 10 641 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,77 Prozent auf 1234 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,62 Prozent auf 2185 Stellen. Im Vergleich zur Vorwoche schlossen die Indizes kaum verändert. Der Dow verlor 0,1 Prozent, während der S&P 0,1 Prozent und der Nasdaq 0,2 Prozent zulegten.

„Der Ölpreis ist gestiegen und das BIP ist schwächer ausgefallen, als einige erwartet haben“, sagte Kevin Beadles von Wedbush Morgan. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft ist nach vorläufigen Berechnungen im zweiten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,4 Prozent nach 3,8 Prozent im Vorquartal gestiegen und hat damit exakt die Erwartungen von Analysten getroffen.

Von den als enttäuschend empfundenen Wachstumszahlen waren vor allem konjunkturempfindliche Werte betroffen, wie die des Schwermaschinenherstellers Caterpillar. Die Papiere büßten ein knappes Prozent auf 53,91 Dollar ein. Trotz der wieder steigenden Ölpreise wurden auch die Aktien führender Energiekonzerne in Mitleidenschaft gezogen, weil schwächeres Wirtschaftswachstum auch geringere Gewinne für diese Branche bedeuten kann. Etliche Investoren trennten sich deshalb von Papieren des weltgrößten Ölkonzerns Exxon Mobil und drückten den Kurs damit um mehr als zwei Prozent auf 58,75 Dollar.

Brände zweier US-Raffinerien und auf einer Ölplattform in der Nordsee hatten Befürchtungen vor Versorgungsengpässen ausgelöst und so die Ölpreise wieder in die Höhe getrieben. In den USA kletterte der Preis für schwefelarmes Öl in der Spitze auf 61,05 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter), während die marktführende Nordsee-Sorte Brent im September-Kontrakt mit bis zu 59,71 Dollar nur knapp unter der psychologisch wichtigen 60-Dollar-Marke blieb.

Unterstützung lieferten dem Markt Händlern zufolge dagegen einige Quartalsergebnisse von US-Unternehmen. So begeisterte der Versicherer Metlife die Anleger mit einem Rekord-Quartalsergebnis, was diese mit einem Kursplus von gur 2,2 Prozent auf 49,14 Dollar honorierten. Auch die Ankündigung der Schnellrestaurant-Kette Wendy's, sich von fast einem Fünftel ihrer Doughnut-Kette Tim Horton zu trennen, fand Gefallen auf dem Börsenparkett. Der Kurs sprang daraufhin um mehr als 14 Prozent auf 51,70 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,39 Milliarden Aktien den Besitzer. 1326 Werte legten zu, 1973 gaben nach und 153 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,59 Milliarden Aktien 1402 im Plus, 1622 im Minus und 172 unverändert.

An den US-Kreditmärkten verloren die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 22/32 auf 98-24/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,282 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen im Kurs um 1-9/32 auf 113-19/32 Punkte. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,476 Prozent.

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