Gewinnmitnahmen
Schweizer Aktienmarkt schließt im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Dienstag im Einklang mit den meisten anderen europäischen Aktienbörsen klar im Minus geschlossen. Nach den gestrigen Avancen hätten die meisten Marktteilnehmer ihre Gewinne bereits wieder ins Trockene gebracht, meinten Marktbeobachter.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Dienstag im Einklang mit den meisten anderen europäischen Aktienbörsen klar im Minus geschlossen. Nach den gestrigen Avancen hätten die meisten Marktteilnehmer ihre Gewinne bereits wieder ins Trockene gebracht, meinten Marktbeobachter.

Erneut seien Ängste um den Zustand des US-Hypothekenmarktes aufgekommen und hätten die Stimmung belastet, hieß es zudem. Auch die gute Performance an der Wallstreet, wo der Dow Jones die Marke von 14 000 Punkten erstmals übersprungen hatte, vermochten die hiesigen Anleger nur kurz zu beruhigen.

Insgesamt sei das Geschehen wegen der Ferien aber einigermaßen ruhig verlaufen, hieß es. Im Fokus hierzulande waren Novartis . Der Pharmakonzern hat vorbörslich die Halbjahreszahlen veröffentlicht und dabei die Erwartungen übertroffen. Aussagen am Nachmittag zum Medikament Galvus ließen die Kurse jedoch deutlich sinken.

Bis zum Schluss um 17.30 Uhr verlor der SMI 80,48 Punkte oder 0,87 Prozent auf 9 219,32 Zähler. Der 30 Titel umfassende SLI büßte 0,82 Prozent auf 1 422,36 Stellen ein, der breiter gefasste SPI 0,81 Prozent auf 7 540,26.

Nicht größter Verlierer, aber unter den schwächsten Werten figurierten heute Novartis mit einem Minus von 1,1 Prozent auf 65,55 Franken. Obwohl der Pharmakonzern mit dem Zahlenset die Markterwartungen erfüllte, lagen die Kurse bereits in der Anfangsphase im Minus, allerdings noch relativ gering. Erst nach 14 Uhr brach der Titel deutlicher ein, mit einem neuen 52-Wochen-Tief auf 64,80 Franken gegen 15.30 Uhr. Grund für diesen Einbruch waren laut Marktbeobachtern Aussagen anlässlich einer Telefonkonferenz zum Medikament Galvus. Dessen erneute Zulassung in den USA sei erst Mitte 2009 zu erwarten, sagte das Management.

Zudem dürfte der Kursrückgang auch mit dem Eintritt der Amerikaner am Nachmittag in den Handel zu tun gehabt haben. Diese könnten die Zahlen etwas negativer interpretiert haben als die europäischen Marktteilnehmer, hieß es. Etwas besser hielten sich heute Roche GS mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 215,70 Franken.

Die größten Verluste gingen zum Schluss an die Bank Julius Bär (-2,1 Prozent auf 89,90 Franken) sowie an SGS (-1,7 Prozent auf 1 460 Franken). Der Warenprüfer hatte am Vortag als erstes SMI -Unternehmen die Halbjahreszahlen veröffentlicht und dabei bezüglich Margen und Akquisitionspolitik enttäuscht. Bereits gestern hatte der Titel 1,7 Prozent eingebüßt, heute dürften verschiedene Broker- und Analystenkommentare nochmals für Verkäufe gesorgt haben.

Verluste von mehr als einem Prozent gab es aber auch noch für ABB , Adecco , Swiss Re , UBS , Swiss Life und Nestle .

Einziger klarer Gewinner war Clariant mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 19,85 Franken. Grund dafür war erneut aufgekommene Übernahme- und Konsolidierungsphantasien, nachdem das niederländische Chemieunternehmen Basell den Kauf der amerikanischen Lyondell Chemical Company für rund 12,1 Mrd. Dollar bekannt gegeben hat.

Leicht im Plus schlossen zudem noch die beiden Swatch-Titelkategorien, Nobel Biocare, Holcim und Givaudan . Unverändert auf 77,50 Franken beendeten Richemont den Tag. Der Luxusgüterkonzern wird am Mittwoch seine Umsatzzahlen zum ersten Quartal veröffentlichen. Im Hinblick darauf sei es zu einigen Positionskäufen vor allem im angelsächsischen Raum gekommen, sagten Händler.

Überdurchschnittlich hielten sich auch Credit Suisse (-0,2 Prozent auf 89,70 Franken). Händler berichten von Nachfrageimpulsen, nachdem die US-Konkurrentin Merrill Lynch dank einem starken Ergebnis im Investmentbanking besser als erwartete Zweitquartalszahlen vorgelegt hatte. Im breiten Markt waren Micronas (-11,3 Prozent) nach Halbjahreszahlen mit Abstand die größten Verlierer. Enttäuschend seien vor allem die Ordereingänge und die Umsätze ausgefallen, hieß es in Marktkreisen. Der Verwaltungsrat und das Management werden die künftige strategische Ausrichtung überprüfen.

Schwächer tendierten auch Georg Fischer (-1,6 Prozent), obwohl der Industriekonzern im ersten Halbjahr besser als erwartet abgeschnitten hat. Georg Fischer konnte in allen Bereichen sowohl den Umsatz als auch die Betriebsmargen steigern. Die Kursverluste werden mit der bereits hohen Bewertung der Aktie erklärt.

Größere Verluste gab es unter anderem noch für IVF (-4,6 Prozent), Petroplus (-4,2 Prozent), Tec-Sem (-3,6 Prozent), Flughafen Zürich (-3,5 Prozent) und Tecan (-3,2 Prozent). Bei letzteren gab es Gerüchte, der Aktionär BB Medtech habe die Geduld verloren und wolle aussteigen. Gewinnmitnahmen gab es zudem bei Meyer Burger (-3,2 Prozent).

Unter den größten Gewinnern im breiten Markt waren unter anderem Winterthur Tech mit einem Plus von 5,1 Prozent und Bucher mit einem solchen von 4,2 Prozent zu finden.

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