Gewinnmitnahmen
US-Börsen schließen wenig verändert

Die überraschend positiven US-Daten haben sich kaum auf die Wall Street ausgewirkt. Börsianer sehen die konjunkturelle Belebung bereits in den Kursen eingepreist, hieß es am Dienstag. Der Standardwerte-Index Dow Jones verließ den Markt 0,17 Prozent höher bei rund 9 763 Zählern.

HB NEW YORK. Börsianern zufolge konnten besser als erwartet ausgefallene Zahlen zum US-Wirtschaftswachstum und zum Verbrauchervertrauen die Investoren nicht mehr sonderlich beeindrucken, da die konjunkturelle Belebung in den Kursen bereits vorweggenommen sei. Einige machten sich auch Sorgen, dass das kräftige Wachstum in den kommenden Quartalen nicht durchgehalten werden könne. Sie hätten in der Folge Gewinne mitgenommen. „Die Leute sind besorgt, dass die nächsten BIP-Daten nicht mehr so stark ausfallen werden“, sagte Edgar Peters von PanAgora Asset Management.

Der Standardwerte-Index Dow Jones verließ den Markt 0,17 Prozent höher mit rund 9 763 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann ebenfalls 0,17 Prozent auf etwa 1 053 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq verlor dagegen 0,21 Prozent auf 1 943 Punkte.

Die vorgelegten Wirtschaftsdaten übertrafen deutlich die Erwartungen von Volkswirten. So wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft im dritten Quartal so stark wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Das Handelsministerium revidierte das BIP-Plus mit 8,2 Prozent stärker nach oben als von Analysten mit 7,8 Prozent vorausgesagt. Für das laufende vierte und die kommenden Quartale erwarten Volkswirte ein etwas gebremstes Wirtschaftswachstum, da die konsumfördernden Impulse der jüngsten Steuersenkungen ihrer Einschätzung nach voraussichtlich wieder nachlassen.

Weitere Daten zeigen eine merkliche Aufhellung des Konsumklimas. So stieg der vom Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelte Index des Verbrauchervertrauens im November unerwartet kräftig auf den höchsten Stand seit 14 Monaten.

„Das BIP war die stärkste Zahl heute, und ich denke, das war im Markt bereits eingepreist“, sagte Tim Heekin von der Investmentbank Thomas Weisel Partners. Die Bestätigung der optimistischen Erwartungen werde von manchen Anlegern daher zu Gewinnmitnahmen genutzt. Börsianer bezeichnen dieses Vorgehen mit dem Schlagwort „sell on good news“ (“Verkaufe nach guten Nachrichten“).

Washington Mutual verloren 3,44 Prozent auf 44,95 Dollar. Zuvor hatte die Sparbank den Verkauf ihres Geschäfts mit Konsumentenkrediten für 1,25 Mrd. Dollar an Citigroup angekündigt. Citigroup-Papiere gewannen dagegen 0,36 Prozent auf 46,91 Dollar.

Die Titel von Novellus Systems legten gut ein Prozent auf 43,99 Dollar zu. Der Hersteller von Maschinen zur Chipproduktion hatte zuvor einen optimistischen Geschäftsausblick gegeben.

Pharmawerte verloren nach der Verabschiedung der milliardenschweren Reform der staatlichen US-Gesundheitsversorgung für Rentner und Behinderte. Analysten vermuteten, hier könnten sich in den nächsten Jahren Preiskontrollen einschleichen. Die Aktien des Pharmakonzerns Pfizer verloren 0,32 Prozent auf 33,78 Dollar.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 12/32 auf 100-16/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,186 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten 17/32 auf 105-2/32 Zähler zu, wobei sich eine Rendite von 5,030 Prozent ergab.

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