Griechenland-Krise
Athener Börse nimmt Einigung vorweg

Die Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern stocken. Dennoch herrscht an der Börse in Athen Bullenstimmung. Die Anleger sind fest davon überzeugt, dass sie auf die Rettung Griechenlands wetten können.
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DüsseldorfWer wettet, hofft. Und das tun zurzeit die griechischen Investoren. Sie hoffen, dass Griechenland doch noch die Kurve kriegt und wetten darauf mit ihrem Geld. Das schlägt sich auch an der Börse nieder. Der Athener Leitindex kletterte am Donnerstag in den Anfangsminuten des Handels um 5,8 Prozent nach oben. Der Bankenindex legte beinahe 14 Prozent zu. Die griechischen Staatsanleihen lagen ebenfalls leicht im Plus. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen sank leicht auf 11,74 von 11,87 Prozent.

Dabei gibt es derzeit nur wenige Gründe für die Bullenstimmung. Das Spitzentreffen am Rande des EU-Lateinamerika-Gipfels hatte wenig gebracht. Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande und der griechische Premier Alexis Tsipras haben sich lediglich darauf geeinigt, weiter zu verhandeln.

Auch Tsipras’ Treffen mit dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker am Mittwoch hat zu keinem Ergebnis geführt. Hier einigten sich der griechische Premier und der EU-Politiker ebenfalls lediglich darauf, im Gespräch zu bleiben. Ein weiteres Treffen ist am Donnerstag geplant.

Selbst das Gerücht, von einem plötzlichen Entgegenkommen Angela Merkels hat sich als nicht begründet erwiesen. Am Mittwoch meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg, die Kanzlerin sei zu einer Einigung bereit, wenn Griechenland auch nur eine der zahlreichen von den Gläubigern geforderten Reformen umsetzen würde. Heute sagte ein Sprecher der Bundesregierung:

„Deutschland akzeptiert nur einen Vorschlag der drei Institutionen. Alles andere ist frei erfunden.“ Die Institutionen – das sind der Internationale Währungsfonds, die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission. Doch die Investoren lassen sich von so etwas nicht beirren. Zumal es heute hieß, es gebe „gute Aussichten”, dass kommende Woche eine Einigung zustande kommt, die für die Euro-Finanzminister akzeptabel sein dürfte. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus EU-Kreisen.

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Auch die Dax-Anleger schöpfen Hoffnung aus Athen

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  • An der Boerse gibt es jetzt gut was zu verdienen.
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    als Cosmopolitan kann ich dem nur 100 pro zustimmen. Ist es nicht schön, wenn endlich mal Bewegung in den DAX---- kommt.

    Ein herrlicher Tag an den Märkten.

  • Frau Merkel will es ihrem Ziehvater H. Kohl nachmachen, meine damit in die
    Geschichtsbücher eingehen, egal was es kostet und wer dafür blutet.
    H.Kochl = Kanzler der Einheit,
    M. Merkel = Kanzlerin der Eurorettung und Förderin der Finanzgangster,
    W. Schäuble = der Große Zahlmeister und Herr aller Geldsäcke,
    S. Gabriel = der "genialste" Sozialdemokrat als Halbtagsvizekanzler.
    In der Summe: Verbrecher von Volksverdummer.

    Griechenland wird gerettet und schwelgt weiter auf Kosten der arbeitenden
    Europäer.

    Der Deutsche Staatsbürger sollte darüber nachdenken ob er seine Steuer-
    zahlungen nicht drastisch einschränken sollte.
    Wenn das BVG nicht mit Politschlampen durchsetzt wäre, würde das mit
    Sicherheit ein Thema.

  • "Nach extrem harten Verhandlungen in denen sich beide Seiten nicht geschont haben und bis an den Rand ihrer Möglichkeiten gingen, ist es nunmehr gelungen einen Kompromiss zu finden, der gesichtswahrend für beide Parteien ist, sowohl für die griechische Seite als auch für diejenigen, die noch vor kurzem unter dem Begriff der "Troika" firmierten und die nach erfolgreicher Namensänderung sich so flexibel zeigten, um wiederum mit Herrn Schäuble sagen zu können "Wir befinden uns auf dem richtigen Weg"

    Dieser historische Kompromiss ist geeignet, Europa, der EU und der Eurozone den Stellenwert in einer globalisierten Welt zu garantieren, den gerade wir hier in Deutschland, das Veratwortungsträger ist und sein muss, als unser ureigenes Interesse zu sehen haben."

    So oder ähnlich wird die "Botschaft" lauten, die wir das " Vergnügen" haben werden, demnächst lauschen zu dürfen.

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