Griechenland-Krise
Merkel katapultiert Athener Börse ins Plus

Die Bundeskanzlerin hält eine Einigung mit Griechenland in letzter Minute für möglich. Das verleitet die Athener Anleger zum Träumen. Der Leitindex macht herbe Verluste wett und schafft ein Plus. Ob die Wette aufgeht?
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DüsseldorfDie Nerven der griechischen Anleger sind zum Zerreißen gespannt. Sie klammern sich an jeden noch so kleinen Strohhalm, der die drohende Pleite der Landes und damit den wirtschaftlichen Kollaps doch noch abwenden könnte. Zu einem solchen Strohhalm wurden nun die Äußerungen Angela Merkels.

Eine Einigung mit Griechenland könne in letzter Minute möglich sein, hatte die Bundeskanzlerin am Donnerstag bei einer Rede im Deutschen Bundestag gesagt. Allerdings pochte sie auf die Einhaltung des Prinzips Hilfe bei Gegenleistung. „Griechenland ist in den letzten fünf Jahren ein beispielloses Maß an europäischer Solidarität zuteilgeworden”, erinnerte Merkel die Abgeordneten.

Für die Anleger in Athen sind ihre Worte ein Hoffnungsschimmer. Verlor der Athener Leitindex am Donnerstagmorgen noch 4,3 Prozent, legte er nach Merkels Worten satte 1,7 Prozent zu. Am Freitag setzte sich der Aufwärtstrend fort. Der Athens Stock Exchange General rückte bis zu ein Prozent vor. Noch höher ging es für den griechischen Bankenindex. Dieser stieg rasant auf ein Plus von 7,5 Prozent - nach Verlusten von 5,8 Prozent am Vormittag. Am heutigen Freitag legte er zunächst sogar um weitere 3,5 Prozent zu. Zuletzt belief sich das Plus noch auf knapp anderthalb Prozent.

Dem Index geholfen hat allerdings auch ein überraschender Primärüberschuss. Ohne Berücksichtigung der Zinszahlungen wies der griechische Etat in den ersten fünf Monaten des Jahres ein Plus von 1,51 Milliarden Euro aus. Erwartet wurde dagegen ein Defizit von 556 Millionen Euro.

Zweistellige Ausschläge nach oben oder nach unten sind an den griechischen Börsen längst keine Seltenheit mehr. Erst in der vergangenen Woche (11. Juni) gewann der Bankenindex satte 14 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass die EZB die ELA-Nothilfen weiterhin aufstockt. Auch damals hatte Angela Merkel den Börsen nachgeholfen. Am Tag zuvor machte das Gerücht die Runde, Merkel würde Griechenland schon dann entgegenkommen, wenn das Land sich auf nur eine der von seinen Gläubigern vorgeschlagenen Reformen einlässt.

Doch die Hoffnung der Anleger wurde abermals enttäuscht. Für die griechischen Indizes ging es rasant nach unten. Innerhalb von nur einer Woche verlor der Bankenindex 14 Prozent. Für den Leitindex ging es um 10,5 Prozent nach unten.

Dass die Anleger nicht allein auf die Lösung der Griechenland-Krise wetten wollen, zeigt die Situation an den Anleihemärkten. Dort waren am heutigen Freitag die als sicher geltenden deutschen Staatspapiere wieder heiß begehrt. Während deren Kurse in den vergangenen Wochen immer wieder gefallen sind, griffen die Anleger heute zu. Das drückte die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe auf 0,766 Prozent nach 0,809 Prozent zur Wochenmitte.

„Die Lage in Griechenland spitzt sich zu, es ist fünf vor zwölf und noch immer gibt es keine Lösung“, kommentiert Rentenexperte Gianluca Ziglio vom Handelshaus Sunrise Brokers. Anleger warfen griechische Staatspapiere aus ihren Depots: die Rendite der zehnjährigen Titel kletterte am Donnerstag auf 13,1 Prozent nach 12,9 Prozent am Mittwoch. Am Freitag stabilisierte sich die Rendite bei 12,7 Prozent. Die Anleger scheinen in diesen Tagen auf Griechenland nur als Wette setzen zu wollen. In das Land auf lange Sicht investieren wollen nur wenige.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • ein Grexit oder Schuldenschnitt wird es werden weil der Draghi mit Billionen unbegrezt retten darf .

  • »Verlor der Athener Leitindex am Donnerstagmorgen noch 4,3 Prozent, legte er nach Merkels Worten satte 1,7 Prozent zu«.

    Vergessen wir mal nicht, dass heute »Hexensabbat« ist. Ob Mutti tatsächlich solche Kräfte besitzt?

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