Griechenland und die EZB
Crash an der Athener Börse

Panik an der Athener Börse. Nach der EZB-Entscheidung machen Investoren einen großen Bogen um griechische Aktien. Der Athener Leitindex brach zeitweise über neun, der griechische Bankenindex sogar um über 23 Prozent ein.
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DüsseldorfAn der Athener Börse geht die Angst um. Der griechische Leitindex ASE General notierte zuletzt 4,5 Prozent leichter auf 810 Punkten. Zeitweise wuchsen die Verluste auf über neun Prozent an. Der Index der wichtigsten Bankenwerte verlor zwischenzeitlich mehr als 23 Prozent. Auch Staatsanleihen stehen unter Druck. Innerhalb eines Tages stieg die Rendite um mehr als einen Prozentpunkt auf jetzt gut elf Prozent. Den Dax bremsten die Neuigkeiten indessen nur wenig aus.

Investoren reagierten damit auf die überraschende Nachricht der Europäische Zentralbank (EZB) vom späten Mittwochabend, ab 11. Februar keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheiten für Bankkredite zu akzeptieren. Später jedoch ruderte die EZB teilweise zurück. Die Zentralbank genehmigt griechischen Banken Notfallkredite in Höhe von 60 Milliarden Euro. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Notenbankkreisen. Das Notfall-Programm namens ELA richtet sich an Banken, die sich zeitweise in einer außergewöhnlichen Situation befinden.

Bundesbankchef Jens Weidmann hatte zuvor gegen eine zu laxe Gangart bezüglich des ELA-Programms gewettert. Er fordert auch bei der Bewilligung von Notfall-Liquiditätshilfen (ELA) von der EZB gegenüber Griechenland einen harten Kurs. „Ich bin der Auffassung, dass wir bei ELA strenge Maßstäbe anlegen sollten“, sagte Weidmann der „Börsen Zeitung“ (Donnerstagausgabe). Wenn das Konsequenzen für die Finanzstabilität habe, müsse die Politik handeln.

„Das ist eindeutig ein Warnschuss“, sagte Christian Lenk, Stratege für Festverzinsliche bei der DZ Bank in Frankfurt. Die EZB sei nicht bereit, die neue griechische Regierung so vorgehen zu lassen, wie diese es geplant habe.

Bei Marktteilnehmern geht die Angst um, dass Griechenland bald das Geld ausgeht. Denn nicht nur muss die griechische Zentralbank die heimischen Geldhäuser ab sofort auf eigenes Risiko unterstützen. Heißt: Käme die griechische Zentralbank durch die Notkredite in Schwierigkeiten, müsste der griechische Staat einspringen.

Das ist umso brisanter, da der griechische Staat bereits vor großen finanziellen Problemen steht. Zum einen steht noch eine letzte Rate von gut sieben Milliarden Euro aus dem aktuellen Hilfsprogramm aus, das noch bis Ende Februar läuft. Zum anderen muss Griechenland bis Ende März weitere vier Milliarden Euro an Schulden bedienen.

Die neue griechische Regierung versucht die Ängste zu beschwichtigen. Aus Regierungskreisen verlautete es am Donnerstag, dass man keine „Erpressung“ akzeptiere. Im Übrigen sei die Zahlungsfähigkeit der Banken „vollkommen gesichert“ und eine Geldversorgung aus anderen Kanälen möglich. Die Kreditinstitute können auch Geld aus dem sogenannten ELA-Programm bekommen, ein Notfallinstrument im europäischen Zentralbanksystem. Die griechische Notenbank bestätigte das und erklärte, das griechische Bankensystem und die Liquidität der Banken nicht gefährdet seien.

An eine Abkehr vom sparkritischen Kurs denkt die Regierung in Athen indes nicht. Griechenland „hält unerschütterlich an ihren Zielen des Sozialrettungsprogramms fest, welches das griechische Volk mit seinem Votum gebilligt hat“, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung des Finanzministeriums in Athen. Ziel sei es, „eine europäische Politik zu erreichen, die der sich mittlerweile selbst verstärkenden Krise der griechischen Wirtschaft definitiv ein Ende setzen wird“, hieß es weiter.

Sara Zinnecker
Sara Zinnecker
Handelsblatt online / Redakteurin

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  • Seit seinem Beitritt zur EU erhält Griechenland Strukturhilfen in Form von Regional-uns Sozialfonds zum Aufbau einer funktionierenden Verwaltung, regionalen Entwicklung und für Arbeitsmarktreformen. Als hart arbeitende Steuerzahlerin vermag ich nicht nachzuvollziehen, warum dieses Land bzw. sein Staat dennoch seit Jahrzehnten weiter"muddeln" und sich die neuen Regierungsvertreter nun auc hnoch aufregen, wenn Europa auf Reformen drängt. Nicht wir als Mitgliederstaaten oderi die Eurokrise haben die wirtschaftlichen Probleme des Landes verursacht, sondern allein die von wem auch immer gewählten Politikerkaste Und die Reichen des Landes tragen ihr Geld nicht nach Athen sondern nach London auf den dortigen Immobilienmarkt. Die Dummen sind immer die KleinsparerInnen und WählerInnen.

  • Seit seinem Beitritt zur EU erhält Griechenland Strukturhilfen in Form von Regional-uns Sozialfonds zum Aufbau einer funktionierenden Verwaltung, regionalen Entwicklung und für Arbeitsmarktreformen. Als hart arbeitende Steuerzahlerin vermag ich nicht nachzuvollziehen, warum dieses Land bzw. sein Staat dennoch seit Jahrzehnten weiter"muddeln" und sich die neuen Regierungsvertreter nun auc hnoch aufregen, wenn Europa auf Reformen drängt. Nicht wir als Mitgliederstaaten oderi die Eurokrise haben die wirtschaftlichen Probleme des Landes verursacht, sondern allein die von wem auch immer gewählten Politikerkaste Und die Reichen des Landes tragen ihr Geld nicht nach Athen sondern nach London auf den dortigen Immobilienmarkt. Die Dummen sind immer die KleinsparerInnen und WählerInnen.

  • Bitte an die Redaktion: bringt doch die zitage von Wolfgang Schaeuble aus den Jahren 2011, 12 usw. Ueber Garantien "die niemals abgerufen werden" usw.

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