Große Kapitalmarktumfrage
Optimisten erwarten Anstieg des Dax auf 8 300 Punkte

Dem guten Aktienjahr 2010 wird ein weiteres folgen. Das erwarten jedenfalls die meisten Banken und Investmenthäuser. Zwar glauben nicht alle Experten an eine ungebremste Fortsetzung des Kursfeuerwerks, einige Analysten halten neue Rekordwerte für den Dax aber für möglich. Der Euro dürfte nach dem stürmischen Jahr 2010 etwas zur Ruhe kommen und auch am Anleihemarkt erwarten die Banken mehr Stabilität.
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FRANKFURT. Obwohl der deutsche Kapitalmarkt im laufenden Jahr Stärke gezeigt hat, bleiben die Experten der in- und ausländischen Banken beim Blick ins Jahr 2011 nur verhalten optimistisch. Die Börsenstrategen erwarten für den Deutschen Aktienindex (Dax) in den nächsten zwölf Monaten zum zweiten Mal in Folge nur einen leichten Aufwärtstrend. Dass es der Dax 2010 unter die besten Aktienindizes der Welt geschafft hat, spielt für die Analysten und Volkswirte offenbar keine Rolle. Auch die positiven Wachstumsprognosen von über zwei Prozent beim Bruttoinlandsprodukt schütteln sie ab.

Das ist umso erstaunlicher, als die erwartete Zinsentwicklung kaum belastet. Die Profis rechnen nur mit leicht anziehenden Renditen. Vom Dollar als Maßstab für die exportlastige deutsche Wirtschaft außerhalb des Euro-Raums gehen keine Impulse, aber auch keine Belastungen aus. Das ist das Ergebnis der traditionellen Umfrage des Handelsblatts unter 38 Kreditinstituten aus dem In- und Ausland.

Die Prognosen zu Aktien und Zinsen driften stark auseinander

Im Durchschnitt der Vorhersagen sehen die Profis den Dax Ende 2010 bei 7 605 Punkten. Das entspräche einem kleinen Gewinn von 8,6 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand. Der Durchschnitt verdeckt aber die stark auseinanderdriftenden Prognosen. Während drei Häuser dem Aktienmarkt kein Vertrauen schenken und den Dax teilweise sogar nur wenig über der Marke von 6 000 Zählern sehen, liegen acht Optimisten bei 8 000 Punkten oder darüber. Gestern Mittag lag er bei 7 004 Punkten.

Die Zinsen werden sich den Experten zufolge nicht zu einer Belastung für die Aktienkurse entwickeln. Die Notenbanken haben den Markt mit Geld überschwemmt und die Leitzinsen auf historische Tiefststände geschleust. Das drückte 2010 die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen Ende August auf das Rekordtief von 2,11 Prozent. Seither ist die Rendite zwar auf rund drei Prozent geklettert. Aber historisch gesehen ist sie immer noch sehr niedrig. Daran soll sich nicht viel ändern. Im Laufe des kommenden Jahres sehen die Experten die Rendite leicht auf 3,18 Prozent steigen. Die zehnjährige Bundesanleihe gilt als Stimmungsbarometer für den Euro-Rentenmarkt, der angesichts der vorhandenen Liquidität und der Qualität des Schuldners Bundesrepublik einen guten Einblick in die Lage bei Anleihen bietet.

Den Euro-Kurs sehen die Analysten bei 1,34 Dollar. Der Euro ist damit etwas teurer als sein aktueller Wert von 1,31 Dollar. Trifft die Prognose zu, dann werden die Wechselkurse im kommenden Jahr für Unternehmen, die stark ins außereuropäische Ausland exportieren, eine untergeordnete Rolle spielen. Ohnehin ist die Abhängigkeit der Firmen vom Dollar in den vergangenen Jahren geschwunden. Das liegt nicht nur an Währungsabsicherungsgeschäften. Oftmals versuchen die Firmen, den Dollar-Schwankungen zu entkommen, indem sie im Ausland Fertigungsstätten aufbauen.

Eine etwas stärkere Veränderung sehen die Analysten im Dollar-Yen-Verhältnis: Von gegenwärtig 82 Yen je Dollar wird die japanische Währung nach ihren Schätzungen auf 89 Yen je Dollar nachgeben.

Nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im Oktober 2008 ging es in den beiden vergangenen Jahren zügig aufwärts. Wie stark die Erholung ist, wird deutlich, wenn man den Tiefstand im Dax von 3 588,89 Punkten am 9. März 2009 als Maßstab nimmt. Danach errechnet sich ein Kursanstieg von rund 95 Prozent.

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  • ...so kommt man auch in die Zeitung...

  • Wie ich in einem anderen beitrag schon voraussagte, wird der DAX Ende 2011 zwischen 4000 und 5000 stehen.
    2012/2013 gehts noch weiter abwärts. Die EZb wird genau wie die verantwortungslose Fed, wertlose Staatsanleihen kaufen, frisches Geld drucken und durch ihr "qantitative easing " die Geldmenge vervielfachen, inflation anheizen bis zum Crash des Euro, der noch vor dem Dollar-Crash kommen wird.

  • Ein Optimist ist ein Mensch, der ein Dutzend Austern bestellt, in der Hoffnung, sie mit der Perle, die er darin findet, bezahlen zu können.

    Theodor Fontane

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