Händler erwarten Kurskorrektur
Starker Yen drückt Börse in Tokio

Der Euro hat am Montag in Fernost schwächer tendiert. Händler machten dafür die schlechteren Wirtschaftsdaten der Euro-Zone im Vergleich zu den USA und Japan verantwortlich. Die Schwäche des Euro gegenüber dem Yen belastete an der Börse in Tokio Standardwerte wie Olympus Optical. Der Aktienmarkt gab am Mittag etwas nach.

Reuters TOKIO. Der Euro kostete 1,0870 Dollar und stand nahe am Vier-Monats-Tief gegenüber der US-Währung. Zum Yen bewegte sich die Gemeinschaftswährung auf ein Fünf-Monats-Tief zu und kostete 127,80 Yen. Der Yen wurde zum Dollar mit 117,55 Yen gehandelt. „Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist im Moment eindeutig weniger attraktiv“, sagte ein Händler einer US-Bank. „Leute, die den Dollar vor dem Irak-Krieg verkauft haben, kaufen ihn nun zurück, da sich die US-Wirtschaft endlich erholt.“

Ähnlich äußerte sich Toshikimi Kaneki von Sumitomo Trust and Banking: „Die Daten legen eindeutig den Schluss nahe, dass es den Wirtschaften Deutschlands und Frankreichs nicht so gut geht wie ihren Gegenstücken in den USA und Japan.“

Der starke Yen und die schwachen US-Vorgaben drückten an der Börse in Tokio im Handelsverlauf vor allem Export-Titel. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte schloss mit 0,04 Prozent knapp im Minus bei 10 276 Punkten. Der bereiter gefasste Topix-Index sank um etwa 0,64 Prozent und schloss bei rund 997 Punkten.

Honda-Aktien fielen um fast 2,5 Prozent

„Die Anleger haben sich von dem starken Anstieg des Yen gegenüber dem Euro abschrecken lassen“, sagte Tsuyoshi Segawa von Shinko Securities. So gaben Olympus Optical um 2,38 Prozent auf 2870 Yen nach. Einen großen Teil seines Umsatzes macht das Unternehmen in Europa. Die Aktien des Auto-Konzerns Honda Motor fielen um 2,47 Prozent auf 4730 Yen.

„Ohne jeden neuen Kaufanreiz ist es kein Wunder, dass wir hier etwas zurückfallen“, sagte Koji Muneoka von HSBC. „Wir sehen hier sehr viele Verkäufe von einheimischen Investoren, allerdings kaufen die Ausländer weiter.“

Händler erwarteten unabhängig vom Kurs des Yen eine Korrektur des Nikkei-Indexes, nachdem er in den vergangenen beiden Wochen allein wegen der überraschend guten japanischen Wirtschaftsdaten um zehn Prozent zugelegt hatte.

An der Wall Street wird in dieser Woche die US-Konjunktur im Mittelpunkt stehen. Insgesamt wird damit gerechnet, dass die zahlreichen Statistiken einen Aufschwung der US-Wirtschaft bestätigen. Händlern zufolge dürften gute Daten allein aber nicht ausreichen, um die Kurse weiter in die Höhe zu treiben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte am Freitag den Markt 0,79 Prozent niedriger mit rund 9348 Punkten verlassen. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,02 Prozent auf etwa 993 Zähler nach und der Index der Technologiebörse Nasdaq um 0,69 Prozent auf rund 1765 Punkte ab.

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