Händler sprechen von einer Konsolidierung
Dax schließt unter 3 800 Punkten

Enttäuschende US-Konjunkturdaten haben die deutschen Aktien am Dienstag auf Talfahrt geschickt. Der Dax schloss deutlich unter der psychologisch wichtigen Marke von 3 800 Punkten. Insbesondere Technologiewerte mussten Federn lassen.

HB FRANKFURT. Kursverluste verzeichneten vor allem Technologiewerte aus Furcht vor einer Prognosesenkung des weltgrößten Chipherstellers Intel. Der Finanzsektor wurde unterdessen von einer drastischen Erhöhung der Risikovorsorge der Aareal Bank geschockt.

Der Dax beendete den elektronischen Handel auf Xetra 1,4 Prozent im Minus bei 3 785 Zählern. Der Technologieindex TecDax schloss 1,96 Prozent tiefer bei 466 Punkten. "Die US-Konjunkturdaten waren grottenschlecht", sagte Mirko Pillep, Aktienstratege bei der Helaba. "Sowohl das US-Verbrauchervertrauen als auch der Chicagoer Einkaufsmanager-Index haben noch unter den eh schon pessimistischen Analysten-Prognosen gelegen. Offensichtlich wächst die US-Wirtschaft weniger stark als angenommen."

Der an den Finanzmärkten stark beachtete Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Großraum Chicago ist im August auf 57,3 (Juli 64,7) Zähler gefallen. Volkswirte hatten einen Rückgang auf lediglich 60,8 Punkte prognostiziert. Auch das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaft ihres Landes ist im August stärker als erwartet gesunken. Der Verbrauchervertrauens-Index des Conference Board fiel auf 98,2 (105,7) Punkte. Experten hatten einen Index-Stand von 103,5 Punkte vorausgesagt. Die US-Börsen lagen zum Handelsschluss in Deutschland im Minus.

Einen Schock erlitten die Aktionäre der Aareal Bank. Die im MDax gelistete Immobilienbank hat auf Druck der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ihre Risikovorsorge für faule Kredite drastisch erhöht. Zudem korrigierte das Bankhaus seine Jahresprognose nach unten und erwartet nun einen Verlust von rund 100 Millionen Euro. "Wie kann man in der Risikoeinschätzung so daneben liegen - und zwar um mehrere hundert Millionen Euro", sagte Analyst Konrad Becker von Merck Finck. Die Anleger verloren das Vertrauen in die Aareal Bank und trennten sich in großen Stücken von ihren Anteilen. Die Titel verloren zeitweise über 30 Prozent und gingen mit einem Minus von 22 Prozent auf 22,36 Euro aus der Sitzung. Auch andere Finanzwerte litten nach Händleraussagen unter dem Aareal-Schock sowie fortgesetzten Gewinnmitnahmen. Die Papiere der HVB verloren 2,4 Prozent auf 13,46 Euro, die Titel der Allianz fielen um rund 1,8 Prozent auf 79,19 Euro.

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