Händler werden zusehends nervöser
Wall Street: Anleger machen Kasse

Nach den enttäuschenden Gewinnzahlen des Pharmakonzerns Merck & Co haben Anleger an der Wall Street am Mittwoch Gewinne mitgenommen und damit die US-Börsen deutlich ins Minus gedrückt.

HB NEW YORK. Die „Merck-Zahlen waren nicht besonders gut“, sagte Alfred Kugel von Stein Roe Investment Counsel. „Wir hatten an der Börse allerdings einen langen Aufwärtstrend - mindestens seit März - ohne eine bedeutende Korrektur. So werden die Händler nervös und einige von ihnen nehmen Gewinne mit“, fügte er hinzu.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 1,5 Prozent tiefer mit 9 598 Punkten. Der breiter gefasste S&P-Index gab ebenfalls 1,5 Prozent auf 1 030 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor sogar 2,2 Prozent auf 1 898 Punkte.

Der Kurs von Merck & Co. gab um 6,5 Prozent auf 45,72 Dollar nach. Der Pharmakonzern hatte einen stagnierenden Quartalsgewinn mitgeteilt, der unter den Expertenerwartungen blieb. Das Unternehmen kündigte zugleich die Streichung von 4400 Arbeitsplätzen an. Unter anderem die damit verbundenen Kosten könnten nach Firmenangaben dazu führen, dass Merck im Gesamtjahr unter den Ergebniserwartungen der Wall Street bleibt.

Verkauft wurden auch die Aktien von Amazon.com und J.P. Morgan Chase. Der Aktienkurs von Amazon.com, der sich in diesem Jahr mehr als verdreifacht hat, brach um knapp neun Prozent auf 54,03 Dollar ein. Der Internet-Einzelhändler hatte am Vorabend nach Börsenschluss zwar seinen ersten Quartalsgewinn außerhalb der lukrativen Weihnachtssaison bekannt gegeben und für das laufende Vierteljahr einen Umsatz über den Erwartungen als möglich bezeichnet. Für 2004 sagte Amazon allerdings nur einen Umsatz im Rahmen der Analystenprognosen voraus.

Auch die Papiere von J.P. Morgan wurden von Gewinnmitnahmen belastet. Sie fielen um 4,6 Prozent auf 34,98 Dollar, nachdem die Titel in diesem Jahr bislang mehr als 50 Prozent zugelegt hatten. Die nach Bilanzsumme zweitgrößte US-Bank hatte einen kräftigen Gewinnanstieg bekannt gegeben, der zudem stärker ausfiel als von Analysten durchschnittlich vorausgesagt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,62 Milliarden Aktien den Besitzer. 999 Werte legten zu, 2239 gaben nach und 182 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 798 Werte im Plus, 2391 im Minus und 13 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen 20/32 auf 99-28/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,263 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten um 29/32 auf 103-11/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 5,145 Prozent.

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