Handelsblatt Börsenspiel
„Fetter Finger“ sorgt für Wirbel

Eine kleiner Vertipper hat vergangene Woche für viel Aufregung im Handelsblatt Börsenspiel gesorgt. Ein Skontroführer gab für die Aktie von Tria IT statt 2,75 Euro versehentlich einen Kurs von 75 Euro ein. Der Fehlgriff - im Börsenjargon "fetter Finger genannt, schüttelte die Bestenliste gehörig durch.
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DÜSSELDORF. Eine kleiner Vertipper hat vergangene Woche für viel Aufregung im Handelsblatt Börsenspiel gesorgt. Ein Skontroführer gab für die Aktie von Tria IT statt 2,75 Euro versehentlich einen Kurs von 75 Euro ein - sehr zur Freude des Spielers "Jadezocker". Er hatte für die Tria-Aktie eine automatische Verkaufsorder bei einem Kurs von 70 Euro aufgegeben. Durch den Fehlgriff - im Börsenjargon "fetter Finger genannt - wurde die Order ausgelöst, sein Depotwert schoss auf mehr als 300 000 Euro in die Höhe.

Auch andere Anleger profitierten kurzzeitig vom vermeintlichen Kurssprung bei Tria. Das Papier des insolventen IT-Unternehmens erfreut sich im Börsenspiel einer erstaunlichen Beliebtheit: Hinter dem Papier der Deutschen Bank, das im Zuge der Kapitalerhöhung stark gefragt ist, ist Tria das meistgehandelte Wertpapier. Grund ist ein mysteriöser Kursanstieg im September. Quasi aus dem Nichts stieg die Aktie von 35 Cent auf 18 Euro. Die Erklärungsversuche reichen von Spekulationen auf einen Ausweg aus der Insolvenz bis zu Eindeckungskäufen von Spekulanten, die mit Wetten auf einen Kursverfall danebengelangt hätten. Inzwischen ist der Kurs wieder auf 2,70 Euro zurückgefallen, doch viele Anleger spekulieren offenbar auf eine Wiederholung.

Der falsch gestellte Kurs für Tria blieb an der Börse selbst ohne Folge: "Die Börsenordnung sieht vor, dass Skontroführer solche Fehltaxen bis zur nächsten Preisfeststellung korrigieren können. In Echt wäre also keine Order zu diesem Preis ausgeführt worden", erklärt Edda Vogt, die das Spiel bei der Deutschen Börse organisiert. Im Börsenspiel, das sich zwar an den Preisen im regulären Handel orientiert, aber keine Skontroführer kennt, besteht dieser Korrekturmechanismus nicht. "Aber auch hier fallen Fehler auf, die Trades werden dann nachträglich korrigiert", sagt Vogt.

In der bereinigten Börsenspielwertung sicherte sich "champs9" mit einem Wertzuwachs von 79 823 Euro den Wochensieg. Neben Hebelzertifikaten auf den Dax hält er Aktien des Biotech-Unternehmens Medigene, des US-Lkw-Spediteurs YRC Worldwide und des Pennystock Asia Water Technology im Portfolio.

Auch in der Gesamtwertung nach drei Wochen hat sich "champs9" mit einem Depotwert von 119 199 Euro an die Spitze gesetzt. Die Führende der vergangenen Woche "Forlan" rutschte dadurch auf Platz zwei ab. Nachdem sie einige Tage nicht gehandelt hatte, ist sie inzwischen wieder aktiv und kommt nun auf  ein virtuelles Vermögen von 112 951 Euro. Dritter im Führungstrio und letzter Spieler mit einem sechsstelligen Depotvolumen ist "S.H.K.", der in Dax-Zertifikate sowie in Aktien von Deutscher Bank, Dialog Semiconductor, Infineon und Solarworld investierte.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)

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