Handelsschluss an der Börse Frankfurt
Dax rutscht nach Ende der Trump-Rally ab

Die erste Euphorie ist verflogen, der Dax gab am Mittwoch deutlich nach. Der zukünftige Kurs aus Washington bleibt weiterhin unkonkret, zudem scheint der nächste Zinsschritt trotz Trump-Sieges nun doch näher zu rücken.
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FrankfurtJetzt ist Donald Trump an der Reihe. Nachdem die Börsianer den überraschenden Sieg des Republikaners bei den US-Präsidentschaftswahlen zum Auftakt eines Wirtschaftsaufschwungs umgedeutet hatten, kehrt wieder Normalität an den Märkten ein. Die Vorschusslorbeeren sind verteilt, nun warten die Anleger darauf zu erfahren, was das designierte neue Staatsoberhaupt der größten Wirtschaftsnation der Welt tatsächlich vorhat. Nach dem Abwarten der vergangenen Tage nahm der Druck am Mittwoch zu. Nicht zuletzt, weil die Frage nach den Zinsen in den USA noch längst nicht vom Tisch ist. Der Dax ging mit 10.663 Punkten 0,7 Prozent niedriger aus dem Handel. Der Abschlag lag zu Teilen auch am dicken Minus des Index-Schwergewichts Bayer, die eine Pflichtwandelanleihe ausgaben um die geplante Monsanto-Übernahme zu finanzieren.

Genau eine Woche nach den US-Wahlen steht der Frankfurter Leitindex damit nicht allzu weit weg von seinem Jahreshoch von Mitte Oktober, das bei 10.827 Zählern liegt. Im Zuge der Trump-Rally testete der Deutsche Aktienindex die 10.800-Punkte-Marke bereits, konnte sie aber nicht nachhaltig durchbrechen. Dennoch kommt der Dax in den ersten Woche Trump auf eine Performance von knapp zwei Prozent. Das ist insofern überraschend, als dass der Polit-Außenseiter im Vorfeld des Wahltages als echter Börsenschreck auftrat.

Zwar schwächte der Immobilien-Milliardär einige seiner problematischen Wahlkampfversprechen in ersten Statements ab – etwa die Androhung eines Wirtschaftskrieges und weitgehende Freihandelshemmnisse, was die Anleger und Ökonomen gleichermaßen erfreute –, doch Trump hält sich noch im Unkonkreten, was die Ausgestaltung seines Wirtschaftsfahrplan angeht. Die Börsianer setzen ihre Hoffnungen vor allem auf die Ankündigung eines ausgabenintensiven Konjunkturprogramms. Nun ist es an Trump zu liefern.

Aber nicht nur deswegen werden die Fragezeichen auf dem Parkett größer. Mit dem näher rückenden Dezember gerät die Federal Reserve zurück ins Blickfeld. Allen politischen Umbrüchen – von denen es im laufenden Jahr gleich mehrere gab – zum Trotz, hat die Zinsentscheidung der US-Notenbank den größten Einfluss auf die Aktienmärkte. In den vergangenen Monaten war die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung im Dezember stetig angestiegen, Konjunkturdaten und das wiederholte Stillhalten der Fed-Führungsriege hatten den Druck auf den zuständigen Ausschuss erhöht. Mit Trump als künftigem starkem Mann im Weißen Haus änderte sich aber die Ausgangslage.

Die Geldpolitiker hatten den ersten Zinsschritt seit der Erhöhung im Dezember vergangenen Jahres in mittelbare Aussicht gestellt, sollte es nicht zu Turbulenzen auf den Märkten kommen. Im ersten Nachhall des unerwarteten Trump-Sieges scheinen die Börsen aber nicht vor dem Einbruch zu stehen. Sollten die Märkte auch ruhig bleiben, wenn der neue Kurs aus Washington im Laufe der nächsten Wochen Form annimmt, dürfte die gerade erst gefallene Wahrscheinlichkeit höherer Zinsen prompt wieder steigen.

2016 mussten die Fed-Funktionäre um Chefin Janet Yellen feststellen, dass die Finanzmarktstabilität ein viel größeres Gewicht bei der Entscheidungsfindung hat, als es den Notenbankern wohl lieb sein dürfte. Ein ums andere Mal hatte die Volatilität der Aktienkurse die Straffung des Zinsumfelds verhindert, obwohl Konjunkturdaten und das Anziehen der niedrigen Teuerungsrate eine laut Ökonomen geeignete Fundierung geboten hatten.

Eine Prognose für die Dezemberentscheidung ist schwierig – die ersehnte Klarheit nach den Wahlen war ein Luftschloss. Heute etwa sprach sich ein Fed-Gouverneur für eine zügige Straffung aus. James Bullard, Chef der Filiale St. Louis, begründete dies mit eine steigenden Inflation, die er mit dem Trump-Sieg kommen sieht. Es ist genau diese Unsicherheit über das Wann der Zinserhöhung, das den Durchbruch an den Märkten verhindert.

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  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

  • Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

  • Wieder eine erfolglose Wiederbelebung, vielleich nutzen Elektro-Schocks.

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